Fünfmal Obst und Gemüse

Eine ausgewogene Ernährung schützt das Herz und vor Krebs


Die Chance auf ein langes und vor allem gesundes Leben hängt eng mit dem Lebensstil zusammen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt deshalb Tipps und Anregungen zu einer vernünftigen Lebensweise. Im Grundsatz gilt: In Deutschland ist eine ausgewogene, vielfältige und gesunde Ernährung möglich.

Die zusätzliche Einnahme von Vitaminen oder Nahrungsergänzungsmitteln ist für einen gesunden, sich vollwertig ernährenden Menschen nicht nötig. Ausnahmen, kann es für bestimmte Gruppen geben, die in einer besonderen Lebensphase einen zusätzlichen Bedarf an bestimmten Stoffen haben: etwa Schwangere, Hochleistungssportler, Raucher, Alkoholiker. Menschen nach einer Operation oder Alte. Aber, betont die DGE, sollte dies immer in Ansprache mit einem Arzt geschehen.

Im Normalfall raten die Experten zu einer Ernährung reich an Gemüse, Obst und Vollkorngetreide und den sparsamen Einsatz von Fett. Gesundheitsfördernd sind auch der nur mäßige Genuss von Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen.

Die Gesellschaft gibt als Orientierung die Formel von "fünfmal Obst und Gemüse am Tag" vor. Insgesamt sollen täglich 400 Gramm Gemüse gegart oder roh und 250 Gramm Obst verzehrt werden. Eine Portion Obst oder Gemüse könne aber auch durch ein Glas Saft ersetzt werden. Für die positiven gesundheitlichen Wirkungen von Obst und Gemüse sei wohl kein einzelner Inhaltsstoff verantwortlich. Vermutlich senke die Vielfalt an Substanzen wie Nährstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe das Krankheitsrisiko, betont der Karlsruher Ernährungsexperte Bernhard Watzl. Und Günther Wolfram von der DGE verweist auf neue Erkenntnisse, wonach die isolierte Zufuhr zur Krankheitsvorbeugung von etwa Vitamin E und C sowie Selen und Betacarotin nicht gerechtfertigt sei. Denn: "Es fehlen beweiskräftige Resultate." Wolfram betont auch: "Für die präventive Wirksamkeit von Supplementen mit Vitaminen oder Mineralstoffen in hohen Dosen gibt es deshalb keine wissenschaftliche Grundlage."
Es sind vor allem die sekundären Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse die eine dreifach positive Wirkung auf die Gesundheit ausüben. Sie schützen vor Veränderungen der Erbsubstanz, wehren schädliche Radikale ab und wirken stützend auf das Immunsystem.

Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung kann so zur Vermeidung von vielen Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Denn Obst und Gemüse gelten als risikosenkend vor allem bei Tumoren von Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Lunge, Magen, Darm, Brust, Prostata, Blase und Bauchspeicheldrüse.

FR vom 2.1.2003