BERLIN, 1. Januar (rtr). In der Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme wird erwogen, für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen eine Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten einzuführen und die Kassenzuschüsse für Zahnbehandlungen zu streichen. Für die ambulante ärztliche Behandlung und Medikamente solle es eine Selbstbeteiligung von 900 Euro pro Jahr für jeden gesetzlich Versicherten geben, berichtete die Bild-Zeitung unter Berufung auf Kommissionsmitglied Bernd Raffelhüschen. Kinder sollten davon ausgenommen werden.

Die Kassenleistungen für Zahnbehandlungen müssten ab 2005 in jährlichen Schritten um zehn Prozent verringert und ab 2014 ganz gestrichen werden. Durch die Maßnahmen könne der Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit durchschnittlich gut 14 Prozent des Bruttoeinkommens auf 12,4 Prozent gesenkt werden, hieß es. Danach würde der Beitragssatz bis 2055 auf 17,4 Prozent steigen. Ohne die erwogenen Schritte würden die Beiträge auf 25,7 Prozent klettern.

Eine Sprecherin des Bundessozialministeriums wollte die Vorschläge nicht direkt kommentieren. Sie verwies aber auf die von Ministerin Ulla Schmidt (SPD) geplante Gesundheitsreform, die nicht die Ausgrenzung von Kassenleistungen vorsehe, sondern deren Optimierung.
FR vom 2.1.2003