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Überblick: behinderte Frauen


....... und Gesundheit im Neuen Jahr

Praxisgebühr bei Ärztlnnen und Zahnärztlnnen, Medikamente, die nicht mehr wie bisher übernommen werden, Fahrtkostenerstattung nur noch in Ausnahmefällen .. für chronisch kranke und behinderte Menschen fing das Jahr zum Teil unerschwinglich teuer an. Insbesondere die fehlende Fahrtkostenerstattung hat bereits zu unhaltbaren Situationen geführt. So konnten notwendige Nachuntersuchungen in entfernten Spezialkliniken nicht erfolgen, da den Betroffenen schlicht das Geld für den Transport fehlte - um nur ein Beispiel zu nennen. Auch durch Praxisgebühr sowie die Arzneimittelkosten sind gerade bei Menschen, die über nur geringe Einkünfte verfügen, bereits erhebliche Engpässe aufgetreten - denn die Regel, dass höchstens zwei Prozent des Einkommens bezhalt werden müssen, greift frühestens in dem Moment, wo diese zwei Prozent erreicht sind. Das heißt, dass gerade in den ersten Monaten alle nicht erstattungsfähigen Kosten in voller Höhe selbst bezahlt werden müssen. Und welche Personen in den "Genuss" der Ein-Prozent-Regel für "Chroniker" kommen, ist noch nicht geklärt. Die vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen noch im letzten Jahr vorgelegte Regelung setzt die Meßlatte jedenfalls entschieden zu hoch. Danach müssen mindestens zwei ärztliche Behandlungen pro Quartal und entweder eine Schwerbehinderung von mind. 70% oder Pflegestufe 2 oder 3 oder zwei vollstationäre Behandlungen wegen derselben Erkrankung in den letzten zwei Jahren vorliegen. Dass diese Regelung erheblich zu scharf ist, dieser Meinung sind nicht nur die betroffenen Menschen, sondern auch der Bundesbehindertenbeauftragte Herr Haack. Selbst von Frau Ministerin Schmidt ist inzwischen zu hören, dass sie sich einige Richtlinien so nicht vorgestellt habe.

Nun heißt es also nachbessern, was wiederum im Bundesausschuss geschehen wird. Dieser hat seit dem 13.01.04 Zuwachs bekommen, denn die Gesundheitsreform räumt erstmals Vertreterinnen von Patientinnen und chronisch kranken und behinderten Menschen ein Beteiligungsrecht ein. So haben wir nun ein Wörtchen mitzureden - jedoch kein Stimmrecht.

Die Gesundheitsreform wird uns alle weiter heftig beschäftigen - wir bleiben dran und werden berichten.

Brigitte Faber

Informationen zur Gesundheitsreform gibt es unter
www.die-gesundheitsreform.de  , zum Gemeinsamen Bundesausschuss und den Richtlinien unter www.gemeinsamerbundesausschuss.de 


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