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Martina Puschke: Lebensrealität von Lesben mit Behinderung

Ausstellungseröffnung - 18.4.99

Ich bin Mitinitiatorin einer Krüppellesbengruppe und u.a. im Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung tätig. Aus der erlebten Situation des Lesbisch-Seins und des Behindert-Seins (Werdens) ergeben sich Problematiken, die den Alltag unnötig erschweren, aber wohl für viele unveränderbar erscheinen. Zusammensein, Austausch, Sichtbarmachen, Darüberreden, Erkennen und Verändern stehen an. Der andere Ort, die Lesbenszene, ein Ort zum Wohlfühlen und ohne Probleme!? Auch hier sind die Begegnungen oft beschwerlich. Kreative und konstruktive Möglichkeiten des Miteinanders zu finden, ohne nur die problematischen Seiten zu beleuchten, sollte der Weg sein, um für alle Frauen-Lesben optimale Lebensbedingungen zu schaffen. Beispiele, die das Leben schrieb, und aus der Literatur (Krimis, Comics) können dazu anstoßen.

Vortrag

Sonntag, 18.04.1999

13.00 Uhr (B-15)

Maria Zemp: Begegnung mit dem Anders-Sein

Bewegliche, fitte, junge, ganze, makellose Frauenkörper lachen uns von den Plakatwänden entgegen. Diese und andere Bilder machen allen Frauen (und das sind die meisten!) klar: Ich bin nicht von dieser Welt. Sie unterliegen dem Druck, mit ein bißchen Lifting, der Superdiät, der Farbberatung oder der neuesten Heilmethode vielleicht doch, irgendwann, durch das erleuchtete Tor der Ganzheit schreiten zu dürfen. Behinderten Frauen ist dieser Markt der Möglichkeiten von vornherein verwehrt. Vor dem Hintergrund meines Lebens mit einer körperbehinderten Schwester möchte ich der Frage nachgehen, wie eine Frau mit Behinderung in ihrem Körper beheimatet ist. Wo unterscheiden sich ihre Erfahrungen von denen einer nicht sichtbar behinderten Frau? Ich möchte Begegnungsräume öffnen, in denen Verbi(ü)ndung erfahrbar wird.

Vortrag

Sonntag, 18.04.1999

16.00 Uhr (B-15)