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Recht auf gleichgeschlechtliche Assistenz


kobinet-nachrichten vom 18. Juni 2004
SoVD fordert: Recht auf Pflegekräfte gleichen Geschlechts

Berlin (kobinet) Das Recht auf eine Pflegekraft des gleichen Geschlechts gehöre zu einem selbstbestimmten Leben von behinderten Frauen, forderte die Sprecherin der Frauen im Sozialverband Deutschland (SoVD), Brigitte Pathe, zum Abschluss der Fachtagung „Assistenz als Zukunftsmodell für behinderte Frauen".

Pathe kritisiert, dass nach wie vor viele Frauen entgegen ihrem Wunsch nur männliche Assistenten und Pflegekräfte haben. Vor allem Frauen, die in einer Pflegeeinrichtung leben, müssten damit rechnen, dass ihre Wünsche nicht berücksichtigt werden können. Dies werde von vielen Frauen als unerträglich empfunden, vor allem wenn es um Körperpflege geht.

„Frauen, die bereits Gewalt erfahren haben, erleben die Betreuung durch männliches Pflegepersonal als sehr belastend", so die Verbandssprecherin. Bei der Fachtagung kamen einzelne Fälle von sexuellen Übergriffen durch männliche Pflegekräfte zur Sprache. Pathe: „Wir halten es daher für unabdingbar, einen Rechtsanspruch auf eine Pflegekraft des gleichen Geschlechts gesetzlich zu verankern".

Das Bundessozialministerium wurde aufgefordert, für eine eindeutige Regelung im Sozialgesetzbuch zu sorgen. Der SoVD begrüßte auf der Fachtagung ausdrücklich die Einführung eines Persönlichen Budgets zum 1. Juli 2004. Damit würden finanzielle Leistungen erstmals trägerübergreifend zur Verfügung gestellt. Dies sei ein Schritt zu mehr Selbstbestimmung für behinderte Menschen. „Für viele Frauen ist dies der Schlüssel zu einem unabhängigen, selbständigen Leben. Allerdings berücksichtigt die jetzige Regelung nicht, dass behinderte Frauen auch Assistenzleistungen bei der Familienarbeit benötigen. Wir fordern daher eine klare, gesetzliche Regelung, dass eine persönliche Assistenz auch für Tätigkeiten in Haushalt und Familie sowie während der Schwangerschaft finanziert wird", forderte Brigifte Pathe.

hjr

aus: forsea - Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V., September 2004, Seite 45


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