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Zur Situation von Frauen mit Behinderung

(schriftliche Ausarbeitung eines Referates)
vorgelegt von
Gesa Dünnes
Sommersemester 1996


SE 09 401: "Normalisierung als sozialpolitische und pädagogische Leitidee”

bei Frau Dr. G. Wachtel

Inhalt

Einleitung S. 1

1. Zum Sozialisationsprozeß von Mädchen mit Behinderung S. 3

2. Zur Lebenssituation von Frauen mit geistiger Behinderung S. 6

3. Frauen mit Behinderung und Partnerschaft, Ehe, Familie und Sexualität S. 9

3.1. Partnerschaftliche Liebes- und Ehebeziehungen S. 9

3.2. Behinderte Frauen mit Kinderwunsch S. 11

3.3. Behinderte Frauen und der § 218 S. 14

3.4. Behinderte Frauen und Sterilisation S. 15

Literaturverzeichnis S. 19

Einleitung

Die Lebenslage von Frauen mit Behinderungen in einem Referat zu schildern, habe ich mir im Rahmen eines Seminars zur Aufgabe gemacht. Gemeinsam mit einer Mitstudentin vertiefte ich mich in die entsprechende Literatur. Nach einer ersten Literatursichtung wollten wir die verschiedenen Aspekte der Thematik zur tieferen Bearbeitung untereinander aufteilen. Doch wir bemerkten schon bald, daß es sich um einen sehr komplexen Gegenstandsbereich handelt, in dem unzählig viele Wirkfaktoren eine Rolle spielen. Eine klare Trennung verschiedener Aspekte der Situation behinderter Frauen ist kaum möglich; dennoch versuchten wir inhaltliche Schwerpunkte unter uns aufzuteilen, uns dabei aber jeweils ein umfangreiches Bild zu bewahren. Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung des Referates stellt also nur einen Ausschnitt der Problemlage dar; im folgenden gehe ich auf die Sozialisationsbedingungen behinderter Mädchen (1.), auf die Situation geistig behinderter Frauen (2.) und in einem letzten Abschnitt auf partnerschaftliche Liebes- und Ehebeziehungen behinderter Frauen ein (3.). Diesen Abschnitt habe ich thematisch in vier Themenbereiche gegliedert, so daß nach allgemeinen Bemerkungen (3.1.) eine Schilderung der Lebenslage behinderter Frauen mit Kinderwunsch folgt (3.2.). In den letzten beiden Unterpunkten gehe ich näher auf die § 218-Problematik (3.3.) und auf die Sterilisationsthematik (3.4.) ein. Selbst die Ausführungen zu den ausgewählten Aspekten können in der Kürze nicht umfassend sein und allenfalls einen Einblick oder Ein- und Hinführung in die Thematik leisten. Andere wichtige Aspekte, die meine Mitstudentin im Referat erläuterte, wie : Behinderte Frauen in der Arbeitswelt, Diskriminierung und Gewalt, Organisierungs- und Selbsthilfebewegungen, Körper- und Selbstbild, schwingen in meinen Ausführungen zwar mit, werden aber nicht explizit beschrieben.

Während der Literaturrecherche bemerkte ich zum einen, wie wenig mir über die spezielle Lebenslage behinderter Frauen und ihre spezifische Bedürfnislage bekannt ist. Die behinderten Frauen machen durch ihre Erfahrungsberichte, durch Selbsthilfegruppen (begonnen hat die Bewegung mit der "Krüppelfrauenbewegung” zu Beginn der 80er Jahre) und Öffentlichkeitsarbeit darauf aufmerksam, daß es sich bei behinderten Menschen nicht um eine Gruppe geschlechtsloser Wesen handelt, sondern daß auch hier die Geschlechterrollen zum Tragen kommen und für Männer und Frauen verschiedene Lebenslagen existieren.

Zum anderen habe ich mich als nicht behinderte Frau beim Einlesen in die Themenbereiche betroffen gefühlt; es war wichtig für mich, die Lebenslage, die Empfindungen der behinderten Frauen, die größtenteils durch die "nicht behinderte Umwelt” geformt und gewertet werden, zu begreifen, was zu einer intensiven Beschäftigung mit der Thematik führte. Mein Bild der behinderten Menschen hat sich durch diese Arbeit und deren Vorbereitungen im Hinblick auf die Neutrumstellung der Behinderten differenziert und einige Revidierungen in Kauf nehmen müssen.

Die behinderten Frauen zeigen, daß sie im doppelten Sinne diskriminiert werden: Sie werden als Frauen und zugleich als Behinderte in unserer Gesellschaft benachteiligt und ausgegrenzt. Bei dieser Doppeldiskriminierungsthese geht es ihnen weder um das Ausspielen der Geschlechter gegeneinander unter den Behinderten, noch um die Herstellung eines mathematischen Zusammenhanges in dem Sinne, daß Diskriminierung 1 (Frau) plus Diskriminierung 2 (Behinderte) eine bestimmte Summe ergibt. Sie wollen vielmehr inhaltlich ansetzen und der nicht behinderten Welt aufzeigen, daß die Gruppe der behinderten Frauen unter vielfältigen und -schichtigen Benachteiligungen und Ausgrenzungen leiden muß. Den betroffenen Frauen geht es um das In-Gang-Setzen eines Bewußtmachungsprozesses ihrer spezifischen Lebenslage und um die Betonung, daß es sich bei behinderten Menschen in erster Linie um Frauen (oder Männer) und eben nicht um "das geschlechtslose Behinderte” handelt.

Die der vorliegenden Arbeit zugrunde liegenden Literaturquellen haben die betroffenen Frauen fast ausschließlich selber verfaßt. Zum einen können sie selbst sicherlich am treffendsten die ständig erfahrenen Ausgrenzungserlebnisse und spezifischen Empfindungen und Problemkonstellationen beschreiben, zum anderen fehlt(e) ihnen eine "passende” Lobby: Sie werden weder in der Frauenbewegung explizit beachtet, noch in der allgemeinen Behindertenbewegung. Diese "Mittelposition” haben vor allem körperbehinderte Frauen sich zu reflektieren bemüht; Erfahrungsberichte, Tagungen, themenspezifische Beiträge und Diskussionen und statistische Zahlen werden inzwischen veröffentlicht, die in ihrer Gesamtheit ein doch schon recht komplexes Bild der Lebenslage behinderter Frauen formieren. Zumindest ein Stück weit möchte ich dies in den folgenden Abschnitten zu vermitteln versuchen.

1. Zum Sozialisationsprozeß von Mädchen mit Behinderung

Über Sozialisationsbedingungen, wie sie behinderte Mädchen im allgemeinen erfahren, gibt es meines Wissens nach bis zum heutigen Datum keine wissenschaftliche Untersuchung. Informationen über die spezifischen Erfahrungen und Erlebnisse behinderter Mädchen werden in der Literatur aus der Verknüpfung von Erkenntnissen über die geschlechtsspezifischen Sozialisationsbedingungen mit dem Wissen über behindertenspezifische Kindheitserfahrungen abgeleitet. Aus diesem Vorgehen leitet sich die These ab, daß behinderte Mädchen auf zweifache Weise in die "typisch” weibliche Geschlechterrolle gedrängt werden: Die traditionelle geschlechtsspezifische Erziehung von Mädchen verstärkt die übliche Erziehungshaltung gegenüber behinderten Kindern und umgekehrt. In beiden Konstellationen werden Eigenschaften wie Angepaßtheit, Zurückhaltung und Passivität von den Kindern erwartet; die Eltern neigen verstärkt zu einer überbehütenden Erziehungsgrundhaltung.

Diese Annahme der doppelten geschlechtsspezifischen Wirkungsweise im Erziehungsprozeß wird durch Erfahrungsberichte behinderter Frauen bestätigt. Im folgenden versuche ich aus den vielfältigen Reflexionen der Betroffenen selbst, einige für behinderte Mädchen allgemeingültige Sozialisationsbedingungen abzuleiten. Ich grenze den Sozialisationsbegriff dabei zeitlich auf die Kindheit und das Jugendalter und räumlich auf das familiale Umfeld ein. Aus der Gruppe der behinderten Frauen haben vor allem Frauen mit körperlichen Beeinträchtigungen durch Schilderungen der eigenen Lebenslage auf die Problematik "Frau mit Behinderung” aufmerksam gemacht. In ihren Erfahrungen - so verschieden sich auch die einzelnen Bedingungsgefüge gestalten mögen (Art/Schwere der Behinderung, von Geburt an behindert oder später erworben, fortschreitende oder stagnierende Behinderung, Krankenhausaufenthalte, Geschwisterkonstellation, alleinerziehendes Elternteil ...) - zeigen sich dennoch einige Gemeinsamkeiten, die ich benennen möchte.

1. Die elterliche Erziehungshaltung richtet sich nach dem Schweregrad der Behinderung. Im allgemeinen trifft die Formel zu, daß von leichter behinderten Mädchen eher ein an die Mädchenrolle überangepaßtes Verhalten (Fleiß, Zurückhaltung, Vorbereiten auf die Übernahme hausfraulicher Tätigkeiten) und von schwerer behinderten Mädchen Bestleistungen auf dem intellektuellen Gebiet (v.a. schulische Leistungen) erwartet werden. Dahinter stehen die elterlichen Hoffnungen, daß eine Frau mit einer leichten Behinderung, mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Lebenspartner (Ehemann) finden wird, wenn sie gute hausfrauliche Fertigkeiten aufweisen kann. Dagegen wird schwerer behinderten Mädchen von vornherein die Möglichkeit, später einen sie unterstützenden Mann zu finden, abgesprochen; sie müssen daher verstärkt befähigt werden, sich allein versorgen zu können.

2. Der Sozialisationsprozeß verläuft im Vergleich zu nichtbehinderten Mädchen weniger gradlinig.

Da der Erziehungsstil und die -ziele der Eltern einerseits eng mit dem Bewältigungsprozeß-verlauf, ein behindertes Kind zu haben, verknüpft sind und andererseits vom Entwicklungs-verlauf der Behinderung abhängen, erleben die Töchter oft große Schwankungen und veränderte Leitlinien im erzieherischen Handeln. So werden die Mädchen in den ersten Lebensjahren meist sehr mädchentypisch gekleidet und Hilfsmittel wie Krücken, Beinschienen und Rollstuhl abgelehnt. Die Eltern sind bemüht, ihrem eigenen Wunschdenken entsprechend, die Behinderung zu kaschieren und möglichst nicht aufzufallen. Eine Frau berichtet rückblickend:

"Sie nähten mir besondere Kleider, und wenn sie mir diese anzogen, dann war ich eben trotz allem nie das nette Püppchen, denn der Unterschied blieb: ich hatte immer noch keine Arme und die Beinprothesen waren auch mit den schönsten Kleidern nie ganz zu verheimlichen” (Therese Zemp 1980, S. 15).

Mit dem Heranwachsen der Tochter und stärkerem Sichtbarwerden der Behinderung, wird der Erziehungsschwerpunkt auf die Förderung intellektueller Fähigkeiten verlagert. Die Mädchen erleben diese Anforderung oft als Druckmittel, die körperliche Behinderung mit geistigen Qualitäten zu kompensieren - sie fühlen sich unter dem Druck, sich auf diesem Weg als "lebenswert” vor anderen - und auch vor sich selbst - beweisen zu müssen.

3. Therapeutische Interventionen nehmen behinderte Mädchen oft als extreme Streß- und Anforderungssituationen wahr.

Eltern verlangen von ihren behinderten Töchtern eher als von ihren Söhnen, daß sie Fleiß und Ehrgeiz bei der Krankengymnastik zeigen. Sie vermitteln ihrer Tochter das eigene Wunsch-denken, die Behinderung sei mit genügend Ausdauer und fleißigem Üben wegzutherapieren. Dadurch erleben die Mädchen ihren eigenen Körper einerseits als defizitär und "korrekturbedürftig”, andererseits entsteht ein Gefühl der Eigenverantwortung für das Behindertsein aus. Die hohen Anforderungen, die an die Mädchen im Therapie- als auch Schulbereich gestellt werden, erleben diese häufig als hochgradige Überforderung. Beispielhaft für das stete auf zwei Ebenen sich Beweisenmüssen steht die folgende Schilderung einer behinderten Frau:

"Eine Teilnehmerin erzählt, wie sie in ihrer Jugend ständig überfordert wurde, weil sie nicht nur der allgemeinen Bildung gerecht werden sollte, sondern auch noch durch vielfältige Bewegungsübungen gegen ihre Behinderung ankämpfen mußte” (I. Bader/E. Geist 1993, S. 81)

4. Die sexuelle Aufklärung wird von den Eltern meistens tabuisiert.

Dies entspricht der als völlig falsch erkannten, aber leider dennoch immer gängigen Annahme, daß behinderte Menschen keine Sexualität hätten. Eltern halten die sexuelle Aufklärung ihrer behinderten Tochter oft für unsinnig, da sie die feste Vorstellung haben, daß sie wegen ihrer Behinderung keinen Sexualpartner finden wird.

5. Der Identifikationsprozeß behinderter Mädchen führt oft zu einem heftigen inneren Konflikt.

Sie erleben ihre Mutter - stellvertretend für die Frauenrolle allgemein - in einem stark ausgeprägten frauenspezifischen Verhaltensmuster. I.d.R. betreut die Mutter das behinderte Kind und zeigt damit ein tendentiell aufopferndes, fürsorgendes Verhalten und die Eigenschaften einer "perfekten” Hausfrau und Mutter. Die behinderte Tochter verinnerlicht diese Frauenrolle, erfährt aber parallel dazu, daß sie diese Rolle aufgrund ihrer Behinderung nicht übernehmen kann. Sie wird permanent mit einem defizitärem Selbstbild konfrontiert. Aus diesem Grund fordern die behinderten Frauen, daß weitere Identifikationsmöglichkeiten in der Gesellschaft propagiert werden müssen, um behinderten Mädchen Defizitgefühle aufgrund des Messens an "weiblicher Normalität” ersparen zu können.

6. Der Ablöseprozeß gestaltet sich noch schwieriger und spannungsreicher als bei nichtbehinderten Jugendlichen.

Durch eine überbehütende elterliche Grundhaltung werden behinderte Kinder oft zur Unselbständigkeit erzogen; sie sind oft zum Lebensinhalt der Mutter geworden, die daher eine Ablösung negiert; es bleibt immer ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Eltern und Kind bestehen, da die Alltagsbewältigung mit einer Behinderung Hilfeleistungen erfordert. Eine Frau beschreibt, daß sie sich nur mit Hilfe einer konsequenten Abgrenzung, dem mütterlichen Einfluß entziehen konnte:

"Ich habe ihr mein Vertrauen entzogen, sie ausgeschlossen und meine Entscheidungen alleine gefällt. Für mich war es eine Möglichkeit, meiner Mutter, die nicht loslassen konnte, die Macht, die sie über mich hatte, nach und nach zu entziehen” (Geschlecht behindert. Besonderes Merkmal Frau 1988, S. 14).

2. Zur Lebenssituation von Frauen mit geistiger Behinderung

Für Frauen mit einer geistigen Behinderung gestalten sich die alltäglichen Benachteiligungen und der Kampf gegen gesellschaftlich existierende Vorurteile in vielen Aspekten anders und noch schärfer als für körperbehinderte Frauen. Schon die Art der "Lagebeschreibung” ist verschieden, da nicht die betroffenen Frauen selbst über ihre Situation reflektieren - ein großer Teil verfügt nur über eingeschränkte Verbalisierungsfähigkeiten - sondern die Informationen über "Dritte” (Interviews, Beobachtungen, statistische Daten) gegeben werden.

Einen großen Einflußfaktor auf die Lebensbedingungen hat der Schweregrad der Behinderung, er bestimmt neben der elterlichen und allgemeinen gesellschaftlichen Erwartungshaltung, die den Frauen entgegengebracht wird, die erreichbare Selbständigkeit in der Lebensorganisation.

Frauen mit einer geistigen Behinderung ist es nur selten möglich, die anerkannten weiblichen Normen zu erfüllen: Oft können sie sich weder durch die Übernahme familialer Pflichten noch über eine berufliche Karriere profilieren.

Der größte Teil der Berufstätigen unter ihnen arbeitet in einer Behindertenwerkstatt, also auf der untersten Stufe der Beschäftigungshierarchie. Der Verdienst entspricht hier einem Taschengeld, so daß die Frauen ihr lebenlang von weiteren finanziellen Quellen wie Sozialhilfe oder elterlicher Unterstützung abhängig bleiben. Obwohl die Frauen die Arbeit oft als körperlich zu anstrengend empfinden, gehen sie gerne in die Werkstatt, da die Arbeit ihnen die (einzige) Möglichkeit bietet, dem Elternhaus oder Wohnheim zu "entkommen” und soziale Kontakte zu pflegen. Außerdem bedeutet die Werkstattätigkeit ein Stück weit am "normalen” Leben in der Leistungsgesellschaft teilzunehmen:

"In der Werkstatt können sich die Frauen also als Teil der arbeitenden Bevölkerung verstehen, was sie in ihrem Erwachsensein bestätigt. Sie erleben: Ich leiste etwas, und meine Arbeit wird anerkannt - auch wenn diese Anerkennung eher ideell als materiell ist” (Andrea Friske 1995, S. 68).

Auf dem freien Arbeitsmarkt haben geistig behinderte Frauen - selten genug - nur die Möglichkeit, Arbeitsstellen mit niedrigem Qualifikationsniveau und typisch weiblichen Inhalten zu übernehmen, wie z.B. Putzfrau, Bügelhilfe, Fließbandarbeiterin. Zur Verteilung von Arbeitsplätzen in der freien Wirtschaft zwischen behinderten Männern und Frauen, lassen sich in der Literatur zwei wichtige Aspekte finden: Zum einen wird beschrieben, daß behinderte Frauen gegenüber geistig behinderten Männern bessere Chancen hätten, eine Stelle zu finden, da die Arbeitgeber sie als anspruchslose, leicht lenkbare und angepaßte Arbeitskräfte sehen. Dieser scheinbare Vorteil der Frauen verpufft allerdings bei einer näheren Betrachtung und verkehrt sich in sein Gegenteil: Die geistig behinderten Frauen scheinen ein noch geringer ausgeprägtes Selbstbild als die Männer zu haben, das fast einer Selbstverleugnung gleichkommt (vgl. Karin Barzen 1988, S. 117 ff.). Um den Preis der Zugehörigkeit zum "normalen” Arbeitsleben nehmen sie "unnormale” Arbeitsbedingungen oft mit einer dankbaren Grundhaltung in Kauf (unbezahlte Überstunden, unmenschlicher Umgangston, niedrige Entlohnung, Arbeiten ohne Arbeitsvertrag). Nicht ohne Grund zeigen die Frauen ein verstärkt angepaßtes und anspruchsloses Verhalten: Seit der Pubertät werden ihnen diese Eigenschaften als Maxime vermittelt; in diesem Alter beginnt die geschlechtsspezifische Erziehung, die bei Mädchen vordergründig das Ziel der äußerlichen und innerlichen Unauffälligkeit verfolgt.

Den zweiten wichtigen Aspekt zur geschlechtsspezifischen Beschreibung der realen Arbeitsmarktsituation liefert Andrea Friske:

"Nicht einmal 2 % aller Beschäftigten mit einer Behinderung wechseln aus der WfB [Werkstatt für Behinderte, G.D.] auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Die meisten sind Männer” (Andrea Friske 1995, S. 70).

Die beiden benannten Aspekte lassen vermuten, daß eine behinderte Frau nur dann eine minimale Chance auf einen Arbeitsplatz außerhalb der WfB hat, wenn sie auf eine Arbeit in der Werkstatt verzichtet, da ein Auf- bzw. Ausstieg nahezu unmöglich für sie ist, und sie ein hochgradig angepaßtes und anspruchsloses Verhalten zeigt. Dabei bleibt festzuhalten, daß auch diese "Strategie” ihr nur zu einer niveaulosen, frauentypischen Beschäftigung unter schlechten Arbeitsbedingungen verhelfen kann.

Ein großes Hindernis, eine Lebensaufgabe in der Übernahme familialer Pflichten zu finden, stellt der juristische Sachverhalt des geltenden Eheverbots für geistig behinderte Menschen dar (§ 2 BGB: Eheverbot bei Geschäftsunfähigkeit). Daneben existieren vielfältige gesellschaftlich gewachsene Barrieren: Weder eine feste partnerschaftliche Beziehung, noch Sexualität und noch weniger Mutterschaft oder Kindererziehung (auf diese Themenbereiche gehe ich später noch differenzierter ein) werden geistig behinderten Frauen zuerkannt und schon gar nicht von ihnen erwartet. Das elterliche Verleugnen von Sexualität trifft diese Frauengruppe besonders hart, da sie auf Informationen, die ihnen ihre Bezugspersonen geben, angewiesen sind und nicht eigenständig weitere Informationsquellen nutzen können. Finden die Frauen trotz der genannten Hindernisse einen Lebenspartner, bemühen sie sich die gesellschaftlich vorgegebene Norm der "perfekten Hausfrau” zu erfüllen (vgl. A. Friske 1995, S. 61; K. Barzen 1988, S. 125 ff.). Sie bitten eher ihre Mütter als den Lebenspartner um Hilfe bei der Hausarbeit. Auch dieses Verhalten spiegelt die Angewiesenheit der geistig behinderten Frauen auf ein angemessenes, möglichst objektives Informationsangebot wieder. Leider wird in den meisten Fällen gar nicht der Versuch unternommen, den Frauen bzw. Mädchen die gesellschaftliche Realität in ihrer Komplexität ihrem Aufnahme- und Verarbeitungsniveau entsprechend zu vermitteln, so daß sie beispielsweise nur das einseitige und stark verkürzte Frauenbild, wie es der traditionellen Geschlechterrolle entspricht, ohne jegliche kritische Reflexion vermittelt bekommen.

Geistig beeinträchtigten Frauen bleibt kaum eine Möglichkeit sich als Frau oder als behinderter Mensch zu emanzipieren. Sie messen sich permanent an einer für sie in jeder Hinsicht unerreichbaren weiblichen Norm, die sie aber aufgrund des Auflärungsmangels nicht in Frage stellen und/oder kritisieren können und ihr daher eine eher ehrfürchtige Haltung entgegen bringen. Aus diesem Dilemma ergibt sich meines Erachtens nach das stark angepaßte und selbstlose Verhalten dieser Frauen. Verstärkend wirkt die Tatsache, daß geistig behinderte Frauen - wie schon eingangs erwähnt - nur sehr eingeschränkt selbst auf ihre Lage aufmerksam machen können und auch sonst keine Selbsthilfebewegung oder Lobby zur Problematisierung ihrer Situation existiert. Es ist sehr viel leichter und kostengünstiger, nicht konkurrenzfähige Mitläuferinnen zu integrieren (wobei das nur eine oberflächliche, scheinbare Integration sein kann), als durch aufwendigere und alternative Formen der Informationsvermittlung selbstbewußt auftretende Frauen mit einer geistigen Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.

Ich denke, daß die Arbeit von Andrea Friske - sie hat vier geistig behinderte Frauen interviewt und die Gesprächsverläufe thematisch geordnet, erläutert und kommentiert veröffentlicht - ein kleiner, aber sehr wichtiger Beitrag ist, geistig behinderte Frauen als eine Teilgruppe der Frauen zu verstehen, die ganz spezielle Bedürfnisse und Problemlagen zu bewältigen hat, welche nicht durch Fremdsteuerung, Ausnutzen oder Übergehen aus der Welt geschafft werden dürfen. Denn diese Frauen zeigen in ihren Äußerungen sehr deutlich, daß sie ein eigenes Weltbild und Vorschläge zu dessen Verbesserung haben, die den nicht behinderten Menschen zu einem besseren Verständnis der spezifischen Lebenslage führen können.

" Es war auch für mich ein wichtiger Prozeß zu verstehen, wieviel die Frauen von sich selbst wissen und auch sagen können. Sie müssen nur gefragt und ernstgenommen werden. ... Es ist die "nichtbehinderte Wahrnehmung”, die verhindert, auf die Aussagen und Meinungen von Frauen mit geistiger Behinderung mit Achtung und Aufmerksamkeit zu hören” (A. Friske 1995, S.21).

3. Frauen mit Behinderung und Partnerschaft, Ehe, Familie und Sexualität

3.1. Partnerschaftliche Liebes- und Ehebeziehungen

Ebenso wie nicht behinderte Frauen haben natürlich auch behinderte Frauen den mehr oder weniger stark ausgeprägten Wunsch, mit einem festen Partner zusammenzuleben. Vergleicht man die Heiratsquoten behinderter Männer und Frauen, so läßt sich eine auffällige Ungleichverteilung feststellen: Laut Statistik sind ca. 38% der behinderten Frauen, aber 75% der behinderten Männer verheiratet. Die Ursache für die doppelt so hoch ausfallende Heiratsquote behinderter Männer wird in der gesellschaftlichen Rollenzuschreibung gesehen: Frauen übernehmen aufgrund der geschlechtsspezifischen Erziehung eher Pflege-, Hilfsdienste und Verantwortung für andere Menschen als Männer. Eine weitere Bestätigung findet diese Annahme in den Eheverläufen, wo ein/e Ehepartner/in nach Eheschließung eine Behinderung erwirbt: Der behinderte Mann wird von der Ehefrau versorgt; im umgekehrten Fall wird die Ehe häufiger geschieden - der Ehemann müßte entgegen dem gesellschaftlich anerkannten männlichem Verhaltensmuster handeln. Einen weiteren geschlechtsspezifischen Unterschied spiegeln die verschiedenen Reaktionen der Umwelt wieder: Findet eine behinderte Frau einen nicht behinderten Lebenspartner (Ehemann), so wird i.d.R. der Mann für sein großherziges und selbstloses Verhalten bewundert, der behinderten Frau alleinig "Glück gehabt zu haben” zugesprochen. Im umgekehrten Fall erfährt die Frau keine besondere Anerkennung von außen, die Umwelt nimmt diese Konstellation eher als etwas Selbstverständliches hin.

Für behinderte Frauen gestaltet sich schon der erste Schritt zu einer festen Beziehung - nämlich die Kontaktaufnahme - als eine oft unüberwindbare Hürde, v.a. wenn sie einen nicht behinderten Mann kennenlernen wollen. Der naturgemäß sehr sensible Kennenlernprozeß zwischen Mann und Frau wird durch die Tatsache, daß die Frau behindert ist, in dreifacher Weise vereitelt und zusätzlich verunsichert: Die behinderte Frau selbst lebt mit der ständigen Ungewißheit, ob sie dem Mann wegen ihrer persönlichen Ausstrahlung oder nur wegen ihrer Behinderung aufgefallen ist; sie weiß nicht, ob der Mann aus Mitleid oder wirklichem Interesse mit ihr redet. Behinderte Frauen haben Angst, sich jemandem aufzudrängen und zeigen eine eher abwartende Haltung. Die Unsicherheit der Frau wird durch die meist asexuell erfahrene Erziehung und die daraus resultierende vorherrschende Gefühlsunklarheit bzw. -unterdrückung noch verstärkt. Ein zweiter verunsichernder Faktor wirkt über das Verhalten des Mannes auf die Kennenlernphase: Nicht behinderte Männer sehen behinderte Frauen meistens nicht als Frauen, da diese häufig nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, sondern als (geschlechtslose) behinderte Personen. Sie ziehen von vornherein keine sexuelle Beziehung in Betracht, wodurch zwar oft enge Freundschaften, aber keine Liebesziehungen - wie sie eventuell von der Frau erwünscht werden - entstehen können. Eine dritte auf das Geschlechterverhältnis verunsichernd wirkende Kraft ergibt sich aus den gesellschaftlich existierenden Vorurteilen und Vorstellungen über behinderte Menschen: Eine beeinträchtigte Frau könne einem Mann keine vollwertige Stütze aufgrund ihrer körperlichen Mängel sein. Die Beziehung sei zum einseitigen Nehmen und Geben verurteilt, und früher oder später müsse die Beziehung daran zerbrechen. Ein Abschnitt aus dem Tagebuch von Ursula Eggli verdeutlicht alle beschriebenen Unsicherheitsgefühle:

"Es wäre ja schön, von P. geküsst zu werden. Ich möchte überhaupt gerne mal schmusen, auch wenn es nicht P. wäre. Ich stelle es mir angenehm vor und möchte es gerne noch erleben, bevor ich sterbe. Aber eben, - der mann, der lust hätte, mich zu küssen, muss wohl erst geboren werden. Anderseits tu ich immer so abwehrend und kühl. Vielleicht aus der angst heraus, dass sich jemand aus mitleid mit mir abgibt” (U. Eggli 1990, S. 204).^

Allgemein herrscht auf Seiten der nicht behinderten Menschen eine große Unklarheit, über die Lebenssituation und -vorstellungen behinderter Menschen, die sich in einer Angst vor Mehrbelastung - im Sinne eines "Klotz am Bein” - und einer damit verbundenen generellen Kontaktangst äußern kann.

Die aufgezeigte, in der Gesellschaft verankerte Problematik, läßt viele behinderte Frauen resignieren und zu anderen Alternativen "greifen”. Zu oft mußten sie erleben, daß sie im Wettstreit mit nicht behinderten Frauen die Verliererinnen sind: Statt einer "normalen” zweigeschlechtlichen festen Beziehung gehen sie eine lesbische Bindung ein - nicht behinderte Frauen haben nach Aussagen der behinderten Frauen weniger Probleme, mit einer Behinderung umzugehen als Männer. Frauen seien in geringerem Maß auf Äußerlichkeiten fixiert. Um hier nicht den Eindruck zu erwecken, daß die zweigeschlechtliche Liebesbeziehung das einzig richtige Maß aller Dinge sei (aber sie stellt die Norm dar), möchte ich zumindest kurz erwähnen, daß selbstverständlich auch bei behinderten Frauen individuelle Unterschiede bezüglich des Partnerwunsches existieren. Lesbische Beziehungen müssen also nicht zwingend das Resultat von erfahrener Ablehnung durch Männer sein. Der Kommentar von Daniela, einer körperbehinderten Frau, bestätigt das:

" "Ich liebe den Menschen, nicht das Geschlecht”, konstatiert sie. Erotische Erfahrungen hat sie auch mit Frauen gehabt und meint: "Frauen haben mit behinderten Frauen möglicherweise weniger Schwierigkeiten als Männer.” Sie fühlt sich mit ihrem Körper und ihrer Sexualität bei Frauen gut aufgehoben. [...] Daniela wehrt sich gegen die verbreitete Unterstellung, sie habe sich Frauen zugewandt, weil sie bei Männern kein Glück gehabt habe” (Sigrid Arnade 1992, S. 121).

Aus den Erfahrungsberichten behinderter Frauen wird deutlich, daß sie sich auch eher mit dem Status einer "Geliebten auf Dauer” oder dem einer "Zweitfrau” arrangieren. Nachdem sie gehäuft Enttäuschungen erlebt haben, akzeptieren sie, daß sie eine Art Ersatzfunktion für den Mann haben, um wenigstens bruchstückhaft in einer festen Beziehung leben zu können. Viele behinderte Frauen haben die Suche nach der "großen Liebe” aufgegeben und versuchen in kurzzeitigen Beziehungen ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Als Schlußbemerkung bleibt festzuhalten, daß behinderte Frauen ebenso wie nicht behinderte Frauen sich einen Partner oder Partnerin wünschen, der oder die sie so akzeptiert und liebt, wie sie sind. Daß Sexualität und Partnerschaft wichtige Lebensbereiche sind, über die sich das Wohlbefinden eines jeden Menschen mitdefiniert, daß sie Voraussetzung für Akzeptanz und Integration in die Gesellschaft sind, zeigt ein Ausschnitt aus dem Tagebuch von U. Eggli. Sie weist dabei gleichzeitig auf die behindernde "normale” Gesellschaft hin:

"Ich glaube, völlig integriert, akzeptiert und emanzipiert sind wir erst, wenn es auch mit dem sex klappt. Nicht bei uns, bei den anderen. Bei uns würde es ja klappen, ich bin ja normal, Theres ist normal. Die körperlichen funktionen sind normal. Nur das aussehen und die leistung sind nicht normal, nicht den normen der reklameschönheiten und der leistungsgesellschaft entsprechend” (U. Eggli 1990, S. 112-113).


3.2. Behinderte Frauen mit Kinderwunsch

Die Problematik und Ausgrenzung, welche behinderte Frauen, die sich ein Kind wünschen oder erwarten, erfahren müssen, formulieren die betroffenen Frauen selbst mit sehr harten, aber treffenden Vokabeln: Sie stellen den "Gebärzwang”, dem nicht behinderte Frauen unterliegen, einem "Gebärverbot”, das die Gesellschaft behinderten Frauen aufoktroyiert, gegenüber. Diese Polarisierung thematisiert in verkürzter Weise, die unterschiedlichen bzw. konträren gesellschaftlichen Erwartungen, die an die Gruppe der Frauen, unterteilt nach dem Kriterium "behindert”, gestellt werden. Eine nicht behinderte Frau steht unter dem latenten Druck, Kinder zu gebären und großzuziehen, wenn sie nicht mit Etikettierungen wie egoistisch, karrieresüchtig und unweiblich behaftet werden möchte. Von behinderten Frauen dagegen wird Kinderlosigkeit erwartet - ihnen werden die oben genannten Eigenschaften, die kinderlose, nicht behinderte Frauen angeblich charakterisieren, dann zugeschrieben, wenn sie Kinder haben oder wünschen. Da Behinderungen und deren Ursachen immer noch mit einer Vererbungstheorie assoziiert werden - einen großen Beitrag dazu leistete die auf falschen Tatsachen beruhende Nazi-Propaganda (Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses) - werden behinderten Frauen zum einen die Kompetenz, gesunde Kinder zu gebären und zum anderen die Fähigkeit, diese eigenständig (also kostengünstig, ohne staatliche Investition) aufzuziehen, abgesprochen. Behinderte Frauen erfahren um so eher Akzeptanz und Verständnis für einen Kinderwunsch, je geringgradiger ihre Beeinträchtigung ist und bei gleichzeitiger Nachweisbarkeit, daß es sich um eine nicht-erbliche Störung handelt (vgl. Geschlecht behindert. Besonderes Merkmal Frau 1988, S. 117-119; S. Köbsell/A. Waldschmidt 1993, S.67).

Die "unnormalen” (konträren) Reaktionen der Umwelt beginnen mit dem Bekanntwerden der Schwangerschaft. Freunde, Bekannte, Verwandte zeigen nicht die erwartete Mitfreude, sie gratulieren auch nicht, sondern reagieren besorgt, erkundigen sich, ob es sich um ein Wunschkind handele und ob nicht eher ein Schwangerschaftsabbruch erwägt werden sollte.

"Schon am zweiten Tag nach der offiziellen Feststellung leitete ich einen Telefonrundspruch ein. Doch was da meine Ohren erreichte, war teilweise die absolute Spitze an Dummheit und sogar Unverschämtheit. Es reichte von "Wie konntet ihr nur?” über "Wer soll das Kind denn nehmen?”, bis "Ihr könnt dem Kind doch gar kein Vorbild sein!”. Aber es gab auch Hurrarufe und Glückwünsche” (Geschlecht: Behindert. Besonderes Merkmal: Frau, S. 126-127).

Auch Frauenärzte und -ärztinnen verhalten sich einer behinderten schwangeren Frau gegenüber entgegengesetzt der Norm: Viele Frauen müssen erleben, daß ihnen gleich im Anschluß an die Schwangerschaftsfeststellung ein Abbruchstermin von ärztlicher Seite aus vorgeschlagen wird. Die Ungleichbehandlung von behinderten und nicht behinderten Frauen wird durch das folgende Zitat einer körperbehinderten Frau, die einen Schwangerschafts-abbruch wünschte, deutlich:

"Zunächst einmal wurden von der beratenden Ärztin alle Register gezogen, um mich zum Austragen der Schwangerschaft zu überreden. Sie warf mir Egoismus und Verantwortungslosigkeit vor, machte mir Angst vor dem medizinischen Eingriff, sprach von der Gefahr zukünftiger Gebärunfähigkeit durch einen Schwangerschaftsabbruch und bot mir an, das Kind auf dem Ultraschall zu betrachten, um meine "Mutterinstinkte” zu wecken. Keinen meiner Gründe für einen Abbruch ließ sie gelten. Der Beratungsstil änderte sich schlagartig, als ich auf den Gynäkologiestuhl mußte, da bemerkte sie nämlich meine Behinderung! "Ach so, sie sind behindert.” Plötzlich schlug mir Verständnis für meinen Wunsch nach einem Abbruch entgegen” (Karin Wolski 1995, S. 47-48).

Daß behinderte Frauen von vornherein eine klare Einschränkung ihres Selbstbestimmungs-rechts, ein Kind haben zu wollen, erleben müssen, hat für die betroffenen Frauen noch eine weitreichendere Bedeutung als die der Entscheidungs- und damit Freiheitsbegrenzung: Eine Schwangerschaft zu erleben und ein Kind zu gebären stellt für sie eine Gemeinsamkeit dar, die sie mit nicht behinderten Frauen teilen. Durch das Mutterwerden fühlen sie sich der Frauengruppe mehr zugehörig als der der Behinderten; sie machen die gleichen Erfahrungen wie alle schwangeren Frauen und Mütter und finden sich in ihrer weiblichen Rolle bestätigt. Leider wird dieses Zugehörigkeitsgefühl, wenn es nicht schon im Keim durch die ungewöhnlichen ersten Reaktionen auf die bestehende Schwangerschaft erdrückt wurde, durch fortwährende Andersbehandlung - sei es in der Geburtsklinik oder im Alltag zu Hause - auf harte Proben gestellt oder eben gar nicht erst zugelassen.

"Der Chefarzt der Entbindungsstation schlug mir vor, mein Kind durch einen Kaiserschnitt zur Welt zu bringen, denn das sei wohl in meinem Fall das Einfachste. Eine Alternative hat er mir erst gar nicht vorgeschlagen. So dachte ich mir, der Kaiserschnitt ist wohl das Einfachste für ihn” (Geschlecht: Behindert. Besonderes Merkmal: Frau 1988, S. 122).

Weiterhin berichten die Frauen, daß ihnen Geburten unter Vollnarkose nahegelegt wurden, das Rooming-in des Neugeborenen verwehrt, das Stillen nicht richtig gezeigt und Hausgeburten ausgeredet wurden. Alle diese Maßnahmen unterstützen die in der Gesellschaft manifeste Einstellung behinderten Frauen gegenüber, die ihnen weder das Gebären selbst noch die Säuglingspflege zutraut - dies alles geschieht unter dem Deckmantel, das beste für das Kind zu wollen. Nur wird dabei übergangen, daß die behinderten Frauen ein Recht auf eigene Entscheidungen haben; ihnen wird indirekt die Fähigkeit abgesprochen, Situationen real einschätzen, verantwortungsvoll handeln und Hilfe im rechten Moment einfordern zu können.

Eine traurige, aber wahre Tatsache findet sich darin, daß die Behinderungen der Frauen sofort als Alibifunktion herhalten müssen, wenn unerwartete Komplikationen bei der Geburt oder während der Schwangerschaft auftreten. So werden beispielsweise Frühgeburten mit der Behinderung in Verbindung gebracht und der Mutter ein verantwortungsloses Handeln vorgeworfen, da sie trotz ihrer Behinderung ein Kind wünschte.

Einige Frauen äußern ausdrücklich, daß sie keine Kinder haben wollen.

"Abgesehen von der verseuchten Umwelt befürchte ich, daß ich Kinder nicht richtig versorgen kann. Aber meine größte Sorge wäre, daß sich die Kinder irgendwann einmal für ihre behinderte Mutter schämen” (S. Arnade 1992, S. 76).

Ein weiterer erwähnter Grund ist, daß die behinderten Frauen ihren Kindern, die möglicherweise ebenfalls behindert sein könnten, ein solches Leben, das ein steter Kampf, ein Hangeln an den unerreichbaren Normen entlang bedeuten würde, ersparen wollen.

3.3. Behinderte Frauen und der § 218

Juristisch gesehen ist die Durchführung eines Schwangeschaftsabbruches für behinderte und nicht behinderte Frauen an dieselben Kriterien gebunden: Seit der Einführung der Fristenlösung 1975 kann während der ersten drei Schwangerschaftsmonate aus medizinischer, kriminologischer, sozialer oder embryopathischer Indikation die Schwangerschaft beendet werden, wenn ärztliche und psychologische Beratungsgespräche wahrgenommen werden. In der Praxis jedoch werden behinderte Frauen scheinbar bevorteilt, indem ihnen von ärztlicher Seite aus ein Abbruch komplikationsloser und reibungsloser gewährt wird. Anders als es nicht behinderte Frauen häufig erleben, wird ihnen nicht auf moralischer Ebene ins Gewissen geredet, im Gegenteil, ihrem Wunsch nach einem Schwangerschaftsabbruch wird mit Verständnis begegnet. Behinderten Frauen wird sogar bei einem bestehenden Kinderwunsch ein Abbruch angeraten, wie schon im vorigen Abschnitt aufgezeigt wurde.

Ärzte und Ärztinnen können bei nahezu allen Frauen mit Behinderung eine medizinische Indikation stellen, wobei die Beeinträchtigung eine Begründungsfunktion einnimmt. Auch wenn die Frauen nicht wegen ihrer Behinderung, sondern aus anderen (z.B. finanzieller Notlage) Beweggründen einen Abbruch vornehmen lassen wollen, besteht die Ärzteschaft meistens auf der medizinischen Indikation. Wie dies die betroffenen Frauen empfinden, zeigt folgendes Zitat:

"Ich finde es wichtig, beim Arzt im Falle einer Abtreibung eine soziale statt einer medizinischen Indikation zu verlangen, um nicht länger als Neutrum behandelt und auf meine Behinderung reduziert zu werden. Denn auch Krüppelfrau trifft ihre Entscheidung in erster Linie als Frau und nicht als Rollstuhl” (Geschlecht: Behindert. Besonderes Merkmal: Frau 1988, S. 79).

Die embryopathische Indikation stellt für behinderte Frauen (sicher nicht nur für sie) eine zweischneidige Thematik dar: Einerseits treten sie für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ein, andererseits sehen sie in der Früherkennung von Schädigungen mit folgendem Abbruch eine Diskriminierung von behindertem Leben. Behinderte Menschen werden durch die legitime embryopathische Indikation als lebensunwert betrachtet (vgl. ebd., S. 80-81). Vor allem die im Dritten Reich praktizierte Geburtenkontrolle und Auslese "lebensunwerten Lebens” mittels Zwangssterilisation wird von den betroffenen Frauen als ein Beispiel aus der Geschichte gesehen, das verdeutlicht, wie einseitig jede Art von Geburtenkontrolle - heute in Form der Früherkennung und genetischen Beratungen - durch die leistungsorientierte Gesellschaft ausgenützt werden kann. Dabei steht dann nicht mehr das Selbstbestimmungs-recht der Frauen im Mittelpunkt, sondern - im Extremfall - die an medizinischen Vorsorgeuntersuchungen festgemachten Gebärverbote oder -gebote, denen sich alle Frauen beugen müßten, entscheiden über Leben und Tod.

"Weibliche Gebärfähigkeit soll genutzt werden, um eine gesunde, "qualitativ gute” Bevölkerung zu erhalten. [...] Unkritisch verwandt kann die Selbsbestimmung im Falle der humangenetischen Beratung zum Deckmantel eines weiblichen Handelns werden, das herrschenden [i. Org. hervorgehoben] Imperativen - wie Pflicht zum gesunden Kind - gehorcht” ( S. Köbsell/A. Waldschmidt 1993, S. 68).

Weiterhin wehren sich die behinderten Frauen gegen ein Vorgehen, das eine gesellschaftliche Aufgabenstellung, nämlich behinderte Menschen erfolgreich zu integrieren, dadurch zu lösen sucht, daß der Aufgabeninhalt - die behinderten Menschen selbst - aus der Gesellschaft verschwindet (vgl. ebd., S. 66). Eine große Problematik, die der medizinische Fortschritt mit sich bringt, sehe ich in der Tatsache, daß eine immer differenziertere Früherkennung verschiedenster Störungsbilder möglich wird, die genutzt werden kann; mit dieser Entwicklung wird die Geburt eines behinderten Kindes bald nicht mehr als "Schicksal”, sondern als Unachtsamkeit und Verantwortungslosigkeit der Mutter bzw. der Eltern gewertet: Sie müßten ja kein behindertes Kind haben, hätten sie alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Die Eltern behinderter Kinder rutschten dadurch in eine ganz anders definierte Rolle: Die "Schuldfrage” wird zu ihren Ungunsten geklärt; möglicherweise würde ihnen weder Mitgefühl noch Hilfeleistung jeglicher Art entgegen gebracht werden. Anne Finger formuliert die Problematik sehr treffend:

"Doch ich bin mir auch bewußt, wie sozialer Druck dazu beitragen kann, Leute in Schach zu halten: Wie es immer schwieriger wird, eine Technologie, die zur Verfügung steht, nicht in Anspruch zu nehmen - "zum eigenen Vorteil zu nutzen”” (A. Finger 1992, S. 43).


3.4. Behinderte Frauen und Sterilisation

Die Sterilisation behinderter Menschen ist seit der Zeit des Nationalsozialismus, in der ca. 400.000 Menschen zwangssterilisiert wurden, ein heikles Thema. Von 1933-1945 war die Zwangssterilisation "minderwertiger Menschen” - darunter fielen neben Behinderten auch sozial Schwache, Alkoholiker, Prostituierte u.a. - durch den Erlaß des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses” legitim. Geht es nun um die gesetzliche Verankerung der Sterilisation behinderter Menschen, so muß eine Sonderregelung immer Gefahr laufen, die im Dritten Reich propagierte rassistische Denkweise fortzusetzen. Aus diesem Grund wurde seit 1945 keine Einschränkung der allgemeinen Rechtslage bezüglich der Sterilisation gemacht: Für alle Menschen gilt gleichermaßen, daß eine Sterilisation nur bei Einwilligung und Einverständnis der betroffenen Person legitim ist, ansonsten verstößt sie gegen das Strafgesetz und entspricht einer schweren Körperverletzung (StGB § 224 l, § 226 a). Zu beachten ist dabei aber, daß bei einem Sterilisationswunsch für dessen Erfüllung bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen - im Gesetzestext entspricht dies der Formulierung, daß die Sterilisation nicht gegen die "guten Sitten” verstoßen darf. Dies ist kein fest definierter, und daher sehr dehnbarer Begriff. Folgendes Zitat zeigt die Interpretationsproblematik auf:

"Die Abhängigkeit der rechtfertigenden Wirkung von der Vereinbarkeit des Eingriffes mit den "guten Sitten” ist allerdings nicht unproblematisch. Sie erweckt verfassungsrechtliche Zweifel im Hinblick auf das im Grundgesetz verankerte Bestimmtheitsgebot und verführt zu einem Zirkelschluß zwischen Strafwürdigkeit und Sittenwidrigkeit. [...] Heute ist es weitgehend anerkannt, daß die freiwillige Sterilisation einer erwachsenen, d.h. älter als 18 Jahre alten Person, die einwilligungsfähig und ausreichend aufgeklärt ist, jedenfalls dann nicht gegen das "Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden” verstößt, also nicht sittenwidrig und damit rechtmäßig ist, wenn sie medizinisch, genetisch oder sozial indiziert ist” (G. Hirsch/H.-D. Hiersche 1987, S. 136).

Die Parallelen zur Regelung des Schwangerschaftsabbruches (vgl. 3.3.) liegen auf der Hand: Auch der Sterilisationseingriff ist von der ärztlichen Indikationsstellung in hohem Maße abhängig; die Rechtsauslegung unterscheidet in der Praxis zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen (zwar betrifft die Sterilisation auch Männer, wird aber gerade bei behinderten Menschen fast ausschließlich bei Frauen vorgenommen). Behinderte Frauen erleben gehäuft, daß ihnen Ärztinnen und Ärzte zu einer Sterilisation raten, wenn es um die Auswahl von Verhütungsmethoden geht. Wünschen die Frauen diesen Eingriff, so können sie in der Regel mit einer schnellen und diskussionsarmen Einwilligung und sofortiger medizinischer Indikationsstellung rechnen. Eine behinderte Frau schreibt:

"Entgegen der üblichen Reaktion - "Was, du bist doch noch so jung!” - bringen wohl die meisten Menschen meiner Entscheidung großes Verständnis entgegen. Ja, sie halten diesen Schritt für selbstverständlich, für vernünftig und verantwortungsbewußt” (Geschlecht: Behindert. Besonderes Merkmal: Frau 1988, S. 102).

Das Zitat zeigt, daß die gesamte Umwelt - nicht bloß die Ärzteschaft - behinderten Frauen mit Sterilisationswunsch ein den normalen Reaktionen konträres Verhalten an den Tag legt. Diese gesellschaftliche Haltung und Wertung unterstreicht noch einmal kräftig, daß behinderte Frauen nicht gebären sollen, daß ein Kind für sie eine Überforderung bedeuten würde - das "einsichtige” Verhalten der betroffenen Frau wird verstärkt, es wird für sie entschieden, bzw. es wurde schon entschieden, was für sie (vielmehr für die Gesellschaft) gut und richtig ist.

Diese "Realitätsverkehrung” bezüglich der Umweltreaktionen betrifft alle behinderten Frauen (und Männer), gleich, welche Beeinträchtigung sie haben. Ich möchte in diesem Zusammenhang aber noch einmal gesondert auf die Problemlage geistig behinderter Frauen eingehen. Diese gestaltet sich in der alltäglichen Praxis und auch aus juristischer Sicht noch verschärfter. Die oben zitierte Gesetzesklausel, daß eine Sterilisation die Einwilligung und entsprechende Aufklärung der betroffenen Person voraussetzt, läßt die Interpretation zu, daß geistig behinderte Menschen aufgrund ihrer eingeschränkten intellektuellen Leistungsfähigkeit eben diese Kriterien nicht erfüllen könnten. Diese Gesetzeslücke versucht das 1990 verabschiedete Betreuungsgesetz zu füllen (Betreuungsgesetz § 1905). In ihm ist die Berechtigung verankert, daß im Falle einer Einwilligungsunfähigkeit der betroffenen Person die gesetzliche Betreuerin oder der Betreuer (früher Vormund) und das Vormundschaftsgericht stellvertretend einwilligen können. Eine zweite Zielsetzung des Betreuungsgesetzes beinhaltet, die gehäuft vorgenommenen Sterilisationen an geistig behinderten minderjährigen Mädchen - i.d.R. auf Elternwunsch hin - einzudämmen.

"Nach einer Schätzung des Bundesjustizministeriums wurden jährlich 1000 zum Teil noch minderjährige geistig behinderte Menschen sterilisiert, die häufig nicht über den Eingriff aufgeklärt wurden und bei denen der Eingriff häufig ohne eine Zustimmung vorgenommen wurde” (U. Lux 1993, S. 11).

Im Gesetzestext wird jetzt explizit formuliert, daß Eltern nicht mehr dazu berechtigt sind, stellvertretend in den Eingriff einzuwilligen (§ 1631). Weiterhin müssen fünf Kriterien für einen legale Sterilisation erfüllt sein:

1. Die Sterilisation darf dem Willen der betroffenen Person nicht widersprechen

2. Die betreute Person bleibt auf Dauer einwilligungsunfähig

3. Ohne den Eingriff würde es zu einer Schwangerschaft kommen

4. Eine Schwangerschaft würde das Leben der betreuten Person gefährden

5. Eine Schwangerschaft kann durch andere Mittel nicht verhütet werden (vgl. dazu: K. Wolski 1995, S. 50-51)

Trotz der Benennung dieser Kriterien bleibt doch wieder ein großer Interpretationsfreiraum, der leicht zu Ungunsten der geistig behinderten Frauen genutzt werden kann. Wenn die betroffene Frau nicht ein ausdrückliches "Nein” äußert, so kann über ihren Kopf hinweg im Sinne der BetreuerInnen eine Sterilisation vorgenommen werden - denn es wird nicht festgelegt, in wieweit Aufklärung und Informationsgespräche vorangegangen sein müssen. Fraglich dabei bleibt, ob in einem Gesetzestext, der den hohen Anspruch hat, Persönlichkeitsrechte und Rechtsschutz zu gewähren, überhaupt sämtliche beeinflussenden Parameter berücksichtigt werden können oder ob nicht immer eine Möglichkeit zur Gesetzesverdrehung offen bleibt. So äußern sich die (körper)behinderten Frauen selbst in folgender Weise zu diesem Gesetzesabschnitt:

"Die Regelungen zur Sterilisation im Betreuungsgesetz wurden mit dem Ziel verabschiedet, die Praxis der massenhaften Sterilisation geistig behinderter Frauen einzudämmen - nicht ohne dabei eine völlig legale Hintertür zur Zwangssterilisation zu öffnen” (U. Lux 1995, S. 12).

Eine Fragestellung, die die Sterilisationsproblematik sicherlich unterschwellig begleitet, ist die, ob geistig behinderte Frauen Kinder erziehen und versorgen können. Wie ich schon im zweiten Abschnitt meiner Arbeit herauszuarbeiten versucht habe, steht dies in engem Zusammenhang mit der Stärke der geistigen Beeinträchtigung. Aber die gesellschaftliche Einstellung und Erwartungshaltung (z.B. in Form des Betreuungsgesetzes) steuert natürlich von außen eindeutig in die Richtung, daß geistig behinderte Frauen generell keine Kinder haben sollten. Würden beispielsweise von staatlicher Seite her Unterstützungsangebote für behinderte Frauen mit Kindern und Familie existieren, wie es in Dänemark praktiziert wird, wären die Schwangerschaften geistig behinderter Frauen nicht nahezu zwangsläufig zum Scheitern verurteilt bzw. müßten die Bezugspersonen (v.a. Eltern) nicht mehr alleinig aus der Angst einer Mehrbelastung heraus, nämlich das zu erwartende Kind versorgen zu müssen, die Sterilisation oder strengste sexuelle Enthaltsamkeit ihrer Tochter als sicherste Verhütungsmittel einfordern. Abschließend möchte ich noch erwähnen, daß ein Forschungsprojekt der Universität Bremen zur Lebenslage geistig behinderter Menschen mit Kindern in einem Zwischenbericht 1993 festhalten konnte, daß die Kinder mit der Behinderung ihrer Mutter gut umgehen können (vgl. K. Wolski 1995, S. 54).

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