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Überblick: (Bio-) Ethik


"KLONBABY"
Verbot nach angeblicher zweiter Geburt gefordert

HAMBURG, 5. Januar (ap). Die Geburt von zwei angeblichen Klonbabys seit Weihnachten hat in Deutschland eine Debatte über ethische Grenzen in der Genforschung angefacht. Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will das reproduktive Klonen von Menschen möglichst schnell weltweit verbieten lassen. Ihrer Forderung schloss sich am Wochenende auch die FDP an. Die Union forderte, das so genannte therapeutische Klonen zu untersagen, das in ferner Zukunft bei der Therapie heute unheilbarer Krankheiten helfen soll. Sie wolle im Bundestag noch im Januar über einen entsprechenden Antrag abstimmen lassen, berichtete die Welt am Sonntag. Darin werde die Bundesregierung aufgefordert, in internationalen Verhandlungen mit allem Nachdruck für eine Vereinbarung zu kämpfen, "die jede Art des menschlichen Klonens verbietet".

Die SPD-Politikerin Bulmahn schrieb in Bild am Sonntag, Deutschland mache sich seit einem Jahr mit der französischen Regierung bei den UN dafür stark, reproduktives Klonen zu verbieten.

Eine Niederländerin hatte laut der von der Raelianer-Sekte gegründeten US-Firma Clonaid am Freitag ein zweites Klon-Baby in einem "nordeuropäischen Land" geboren. Das Mädchen sei gesund und Kind eines lesbischen Paares, sagte Clonaid-Chefin Brigitte Boisselier. Der Nachweis für die Geburt des angeblich ersten geklonten Menschen, die Clonaid am 26. Dezember verkündet hatte, steht noch immer aus. Angeblich soll es sich um die Tochter einer 31-jährigen US-Amerikanerin handeln. Wissenschaftler bezweifeln dies. Boisselier kündigte die Geburt dreier weiterer Klonbabys bis Ende Februar an.

aus: Frankfurter Rundschau 6.1.2003, Seite 3


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