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ETHIKRAT
Simitis fordert Verbot reproduktiven Klonens

BERLIN, 3. Januar (kna). Der Vorsitzende des Nationalen Ethikrats, Spiros Simitis, hat sich für ein internationales Verbot des reproduktiven Klonens und indirekt für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. Trotz der zu erwartenden Schwierigkeiten müsse alles daran gesetzt werden, ein internationales Verbot des reproduktiven Klonens von Menschen durchzusetzen, sagte Simitis am Freitag im DeutschlandRadio Berlin. Das Problem bestehe darin, dass die Debatte darüber automatisch die Diskussion über das in einigen Ländern bereits erlaubte therapeutische Klonen mit sich bringe. Beim therapeutischen Klonen werden Embryonen zu Forschungszwecken hergestellt, Ziel des reproduktiven Klonens ist die Geburt eines Menschen.

Simitis plädierte für klare Grenzen bei der Präimplantationsdiagnostik. Es wird erwartet, dass der Bundestag in dieser Legislaturperiode über die PID entscheiden wird. Der Ethikrat will sich Ende Januar in dieser Frage zu Wort melden. Beobachter rechnen damit, dass er sich für eine begrenzte Zulassung der umstrittenen Diagnostik aussprechen wird, bei der Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf Gendefekte untersucht werden.

aus: Frankfurter Rundschau 4.1.2003, Seite 5


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