Hilfe und Pflege 

Interessenvertretung
'Selbstbestimmt Leben'
Deutschland e.V. - I S L

Kassel, den Juli 26, 1996
Presseerklärung

6 Jahre Gleichstellungsgesetz für Behinderte in den USA
ähnliche Initiative in Deutschland gefordert


Anässlich des 6 jährigen Jubiläums der Unterzeichnung des US amerikanischen Gleichstellungsgesetzes für Behinderte durch den damaligen Präsidenten George Bush am 26.7.1990 fordert der Behindertenverband Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland - ISL e.V., das Netzwerk Artikel 3 und das Forum behinderter JuristInnen den Bund und die Länder auf, auch in Deutschland ein umfassendes Gleichstellungsgesetz für Behinderte zu verabschieden.

"Die nunmehr 6 jährigen Erfahrungen in den USA haben gezeigt, dass Gleichstellungsbestimmungen für Behinderte ein gutes Instrument zur Förderung eines selbstbestimmten und gleichberechtigten Lebens Behinderter sind und erheblich dazu beitragen, dass die Umwelt behindertengerechter gestaltet wird," erklärte Ottmar Miles- Paul, Geschäftsführer der ISL e.V. Der Americans with Disabilities Act stellt ein Gesetzeswerk dar, das verschiedene Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfasst, wie zum Beispiel die Zugänglichmachung des öffentlichen Personenverkehrs, öffentlicher Gebäude und der Telekommunikationseinrichtungen für Behinderte. "Die Tatsache, dass in den USA per Gesetz festgeschrieben ist, dass jeder neue Bus, der im öffentlichen Verkehr eingesetzt wird, behindertengerecht ausgestaltet sein muss, hat erheblich dazu beigetragen, die amerikanische Gesellschaft für Behinderte zugänglicher zu machen. Eine solche Bestimmung würde auch die Mobilität Behinderter in Deutschland erheblich verbessern," so Miles-Paul weiter.

Die Behindertenverbände drängen darauf, dass auch in Deutschland ähnliche Gleichstellungsbestimmungen auf Bundes- und Länderebene verabschiedet werden, durch die der in Artikel 3 des Grundgesetzes verankerte Satz "niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" endlich in die Praxis umgesetzt und behinderten BürgerInnen ihre vollen Bürgerrechte zugestanden werden. "Wir wollen nicht länger Bittsteller sein, die sich stets bücken müssen, sondern gleichberechtigte BürgerInnen, die ihre Rechten aufrecht einfordern können," so Miles-Paul.


BM-Online