Hilfe und Pflege 

Pflegeversicherung: Kassen sollen mehr leisten.


Die Bundesregierung will mit einem neuen Gesetz die Leistungen der Pflegeversicherung verbessern.
Darauf haben sich die Sozialexperten der Koalition mit Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) geeinigt.
Demnach übernehmen die Pflegekassen künftig die Kosten der ärztlichen Kontrolluntersuchungen, denen sich die Patienten alle drei oder sechs Monate unterziehen müssen.
Bisher zahlten die Hilfeempfänger die Kosten (30 bis 50 Mark je Untersuchung) selbst.
Pflegebedürftige, die lediglich einige Stunden pro Tag im Heim verbringen, bekommen künftig bis zu 2800 Mark Leistungen im Monat. Bisher waren es maximal 2100 Mark.
Verbessert wird auch die soziale Absicherung von Familienmitgliedern, die ihre Angehörigen pflegen. Derzeit müssen die Helfer mindestens 14 Stunden in der Woche pflegen, bevor sie rentenversichert sind. Künftig zahlen die Pflegekassen schon ab zehn Stunden Beiträge.
Die neuen Regelungen werden die Pflegekassen rund 260 Millionen Mark pro Jahr kosten. Die Pflegeversicherung verfügt derzeit über Beitragsrücklagen von gut acht Milliarden Mark.

in: Focus Nr. 45/1997, 3.11.97, S. 12