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Cannabis als Medizin


Für Querschnittgelähmte mit Spasmen und/oder Schmerzen hält die Medizin eine Palette mehr oder weniger starker Arzneien parat, die - wie alle starken Medikamente - auch manch unangenehme Nebenwirkung haben können. Vor einiger Zeit entstand daraufhin eine Initiative, den Wirkstoff des Haschisch (THC) zu legalisieren. Nicht ganz zu Unrecht argumentierten sie, daß THC mit Sicherheit weniger Nebenwirkungen hat als z.B. Valium oder Opiate. Dennoch ist der Haschisch-Wirkstoff bisher juristisch nicht "verschreibungsfähig". Die hessische Gesundheitsministerin hatte im März einen entsprechenden Vorstoß in Bonn unternommen, mit dem Hinweis, daß schon heute eine Reihe von Kranken "durch Rauchen oder Beimischen in Tee auf eigene Verantwortung besorgen und einnehmen."

Inzwischen gibt es nun ein internes Gutachten der "Bundesopiumstelle", daß der Wirkstoff THC oral wirksam ist, und die positiven Erfahrungen von Betroffenen werden als glaubhaft bewertet. Ergo: "In Einzelfälen könnte die Möglichkeit zur Gabe von THC sinnvoll sein." Das heißt: voraussichtlich in etwa einem halben Jahr wird THC verschreibungsfähig sein, das heißt, daß dann ein entsprechend engagierter Arzt auf Betäubungsmittelrezept THC verordnen kann - vorgesehen ist z.B. der Import der THC-Medikamente "Delta-Nyne ® " und "Marinol ® ". Wo mutige Ärzte Modellversuche machen wollen, können sie dies schon jetzt angehen.

Hanf, Haschisch und Marihuana sind dadurch allerdings nicht legalisiert, auch wenn der Endverbraucher kleiner Mengen inzwischen fast überall stillschweigend toleriert ist.

Man sollte allerdings nicht vergessen, daß auch Cannabis bzw. THC (wie jedes wirksame Medikament) auch Nebenwirkungen hat (manchmal sind diese allerdings gerade erwünscht). Cannabis macht Appetit, uind Cannabis gilt als starkes Aphrodisiakum.

Hannes Heiler