Mein Online-Tagebuch - 9


Das Internet ist schnelllebig - diese Aussage klingt für Insider beinahe wie der sprichwörtliche weiße Schimmel. Dennoch bitte ich zu berücksichtigen, daß zwischen meinen Streifzügen und dem Erscheinen dieses Heftes einige Zeit vergangen ist - und in dieser Zeit wurden manche Seiten ausgebaut, andere wiederum haben eine neue Adresse und wieder andere sind völlig verschwunden. Gerade bei kleineren Web-Sites ist dies häufig - andererseits kann es sich durchaus lohnen, am nächsten Tag noch einen Versuch zu wagen: manchmal blockierte einfach ein Stau auf der Datenautobahn den Zugriff.

So ist der "Ratgeber Behinderung" umgezogen - die neue Adresse lautet: http://behinderung.org  

Auch wenn die Bibliothek von BIDOK ständig erweitert wird, so dauert es doch noch einige Zeit, bis das Internet wirklich eine halbwegs erschöpfende Antwort auf alle Fragen bietet - bis dahin sind ein paar Meter Regalbrett mit Nachschlagewerken noch nicht zu ersetzen.

Kürzlich fragte mich eine Bekannte nach Infos über "Harnableitungssysteme", doch das Ergebnis diverser Suchmaschinen war nicht gerade berauschend.

Immerhin ist der Aufsatz "Urologische Betreuung des frisch Querschnittgelähmten" aus den "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie" (http://gopher.rz.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/urol-001.htm) als Grundlagen-Info recht brauchbar. Wem es eher um die alltagspraktische Seite des Themas geht, der ist mit dem " Patientenhandbuch: Tips zur häuslichen Pflege" der Gesellschaft f. Muskelkranke besser bedient - http://www.dgm.org/muskelk/als/handbuch/kapt10/inkontin.html.

A propos BIDOK - diese Bibliothek wird permanent ausgebaut, und demnächst werden dort wohl mehr interessante Schriften zu lesen sein als in manchem mittelprächtigen Vereinsbücherregal.

Aber auch der umgekehrte Weg kommt vor: Online-Ankündigungen für papierne Bücher, Broschüren und ähnliches. Typischerweise stehen diese Hinweise dann in Newsgroups. Beispielhaft möchte ich einen österreichischen Hinweis weitergeben:

Zum Thema Selbstbestimmt Leben gibt es die Broschuere "Selbstbestimmt - Fremdbehindert" mit Beitraegen von Theresia Haidlmayr, Josef Mikl, Franz-Joseph Huainigg und Juergen Gohde unter http://berg.heim.at/anden/420008/sele.html (mit Abstracts). Umfang: 52 Seiten Preis: 100 öS (15 DM) - Bestellmöglichleit unter http://berg.heim.at/anden/420008/form.html.

Spannend finde ich immer wieder die kleinen, privaten Homepages. Sie sind vielleicht nicht immer der ganz große Hit, was den Gehalt an Informationen angeht - aber sie sind manchmal einfach spannend. So ein Beispiel hat nun Susanne Sturhan abgeliefert (ihr Screenname: Susiafly) - eine bunte Darstellung ihrer Eigenschaften und Interessen, und die reichen nun einmal vom Discobesuch über ihre Gehörlosigkeit bis zum Kickboxen (http://members.aol.com/susiaflyi3/).

Weitere priv. Homepages, einfach kurz aufgelistet:

- "Ich bin Cordula Mietz, 34 Jahre, wohne in Berlin in der Ruhlebenerstraße in einer WG für Behinderte." http://www.kommhelp.de/user/cm/

- Steffi Braun: "L eben mit dem Rolli unterm Hintern" http://www.online.de/home/6614-830/

- Die Rollstuhlbasketballseite von Ralf Schwarz
http://home.t-online.de/home/schwarz.ralf/robaba1.htm

- Andrees Home-Page: "Auf dem Bild links könnte Ihr mich im Urlaub in Dänemark mit Hennings Drachen (bzw. den zugehörigen Schnüren) sehen." http://informatik.uni-bremen.de/~andree/

- Matthias' Homepage: "Zu meiner Person: Ich bin Jahrgang 1956, wohne in Leipzig und habe Mathematik studiert (Universität Leipzig)." - unter http://home.t-online.de/home/03418789698-001/mj1.htm - Matthias hat ne gute Link-Seite, insbesondere für Tetraplegiker! (mj3.htm)

So mancher Rollifahrer möchte gern ein Auto;
Reinhold Homepage zeigt hierzu eine neue Methode:
SPONSOR WANTED - SPONSOR GESUCHT für MOBIL-WERBUNG !! - Sponsoren und Spender aufgepaßt - hier finden Sie eine interessante Art Ihre Werbung zu plazieren - ein ganzes Fahrzeug als Werbeträger - http://home.t-online.de/home/reinhold.heuwers/
Nun ja, soo neu ist die Idee mit der Finanzierung von Autos als "rollende Litfaßsäulen" auch wieder nicht, aber das eine Privatperson sich (pardon: sein Auto) selbst vermarktet - das war mir doch noch nicht untergekommen.

Bei verschiedensten Gelegenheiten stoße ich auf Firmen - so die Greifswalder Auto-Firma Weber, eine   Niederlassung der Fa. Haag Rehatechnik  http://home.t-online.de/home/weber-greifswald/ ;
"Julias Küchenwelt" (Landsberger Allee, 15345 Altlandsberg) gehoerte zu den Ausstellern im "Inteligenten Haus" auf der REHAbilitation Berlin '98. Ihre Website ist unter http://www.vis.de/julias-kuechenwelt zu finden.

HEWI hat nicht nur eine Internet-Page eröffnet, sondern veranstaltet auch gleich ein "Forum Barrierefreies Leben" und verspricht, die Infos ins Netz zu stellen (www.hewi.de).

Der Schweizerische Spezialreiseveranstalter Tamam (zu dem auch die früher selbständige "Zellmer Reisen" gehören) ist mittlerweile online (www.tamam.ch) und bietet u.a. Infos über die spanische Hotelanlage "Mar y sol" an.

Die Wahl der Urlaubsziele ist nun mal Geschmackssache; über die gewünschte Himmelsrichtung und Temperatur läßt sich trefflich streiten. Wer also nicht so wild auf spanische Wärme ist, der mag vielleicht lieber Angeln in Schottland. Auch hierzu ein Verweis:
Urlaub für Behinderte mit Unterkunft, Ferienhaus, Fischen, Fliegenfischerkurse, Golf etc. unter
http://www.schottland.com/lachs31.htm

Beuthel hat eine Themenseite "Hilfsmittel für die Reise" http://www.beuthel.de/t-urlaub.htm, und sogar der Flughafen Münster-Osnabrück - www.flughafen-fmo.de - hat online "Hinweise für behinderte Gäste" unter http://www.flughafen-fmo.de/511.htm.

Die ASbH (Spina bifida und Hydrocephalus) hat unter vielerlei nützlichen Infos auch ihrerseits wieder einiges an weiterführenden Links (unter http://www.asbh.de/links.htm).

Ute und Klaus Herzog, die in der ASbH feste Größen sind, haben eine "Paper-, Zeitschriften- und Videoliste" zum Thema Behinderung, Rollstuhl, Sport zusammengestellt, und diese Zusammenstellung gibt's beim DRS unter http://www.drs.org/kiju_papers.html

Der Club 68 in Hamburg (der älteste Club Behinderter und ihrer Freunde) feiert gerade sein 30-jähriges - und zum Jubiläum ging der Club 68 ins Internet. http://home.t-onlinede/home/club68.Hamburg/homepage.htm ; Fragen zur PC-Gruppe beantwortet gern Joern Schadendorf.

Die "Interessengemeinschaft der behinderten und nicht behinderten Studierenden an der Katholischen Universität Eichstätt" ist zu finden unter http://www.ku-eichstaett.de/Organe/Konvent/handicap.htm.

An der FH Fulda entstand ein " Online-Lexikon Betreuungsrecht"- http://www.fh-fulda.de/fb/sw/rat/betreuung/btrn273.htm.

Und beim Juristischen Internetprojekt Saarbrücken (http://www.jura.uni-sb.de) findet sich die Pressemitteilung des Bundesfinanzhofs Nr. 8 vom 12. Juni 1997 zum Thema "Kosten für den Einbau eines Fahrstuhls im Wohnhaus eines Behinderten" - http://www.jura.uni-sb.de/Entscheidungen/pressem97/BFH/fahrst.html

Sterbehilfe

Zu den Zeitungen, die ich seit längerem regelmäßig online lese, gehört neben taz, Süddeutsche und der Frankfurter Rundschau auch die ZEIT (www.zeit.de). Das schöne ist: auch hier kann ich mir ein Bookmark setzen und bekomme jeweils das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe. Zwar ist nur ein Teil der Beiträge aus der papiernen Ausgabe im Netz, aber was online steht, ist sehr gut aufbereitet.

In der Ausgabe 32/98 fand ich also einen Artikel über das Sterbehilfe-Urteil des OLG Frankfurt. Ich kopierte es (zum später offline lesen) auf meine Platte, und dann schaute ich mir an, was die ZEIT an Links anbietet. Als erstes gab es die Pressemitteilung des OLG Frankfurt (http://www.jura.uni-sb.de/Entscheidungen/OLG/sterbhlf.html), also der Autoren selbst.

Ein weiterer Link führte zu einem Schulprojekt, das das Thema Sterbebegleitung und Sterbehilfe (http://www.dgbv.de/sterbehilfe/index.asp) erfreulich sorgfältig differenziert, eine Seite der Bundesärztekammer (http://www.bundesaerztekammer.de/bak/owa/idms.show?id=101440) und eine weitere vom Hartmannbund(http://www.hartmannbund.de/presse/970003.htm).

Die Ärztezeitung (http://www.aerztezeitung.de/de/htm/net/sterbh/176a0301.htm) publizierte eine "DGHS-Umfrage", und im "Medizin-Forum" gibt es das "Forum medizinische Ethik" (http://www.medizin-forum.de/HyperNews/get/forums/ethik.html) - vor allem letzteres hat es mir angetan; von dort gab es einen Link zum Ärzteblatt auf eine Leserbrief-Diskussion um eine Auseinandersetzung Bauer/Hörster, und an dessen Ende fanden sich weitere Links zum Thema Ethik.

Leider auch unangenehme Dinge finden sich in solchen Zusammenhängen - so Web-Seiten von Hans H. Atrott (http://perso.wanadoo.fr/atrott/)und der DGHS.

Dennoch finde ich es schade, daß nach kurzer Zeit diese sorgfältig aufbereiteten Informationen nicht mehr erreichbar sind - die ZEIT stellt eben grundsätzlich nur die aktuelle Ausgabe online.

Arbeit

- Die Stiftung Blindenanstalt - http://home.t-online.de/home/sba-frankfurt; bietet für blinde und sehbehinderte Menschen elektr. Bücher, Zeitungen und Nachschlagewerke an.

Im Internet hat die SBA eine Stellenbörse JOBLINE für blinde und sehbehinderte arbeitssuchende Menschen ( www.jobline.de) gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft aufgebaut.

Unter dem Titel "Drehscheibe: berufliche Integration" hat Jörg Kopp eine Homepage eingerichtet - http://www.jkc.de/integration/, die Informationen zur berufliche Integration behinderter Arbeitnehmer sammeln will.

Movado weist darauf hin, daß die Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen in ihrer Datenbank rund 800 Berliner Angebote für Behindertensport unter http://userpage.fu-berlin.de/~berglist/ gespeichert hat. Die Infos enthalten darüber hinaus auch allgemeine Darstellungen verschiedener Sportarten sowie die Klassifikation unterschiedlicher Sportler.

Hannes Heiler

Dieses Online-Tagebuch steht - wie auch die früheren Beiträge - unter BM-Online (http://www.behinderte.de) mit allen Internet-Adressen bereit; interessierte LeserInnen brauchen also keine Adressen abzutippen, sondern nur dort die Links anzuclicken.

7.9.98