Mein Online-Tagebuch - 6


Zuerst wieder Neuheiten, Änderungen und Anregungen: Auch der Heidelberger "Stadtführer für Behinderte" steht jetzt im Internet: www.paritaet.org/bw/stafue
e-mail: hd-stadtfuehrer@paritaet.org

Der Marburger Verein "Bigub" (Behinderte in Gesellschaft und Beruf e. V.) hat eine neue Domain: http://www.bigub.com, außerdem wurden die Themen stark erweitert - von der Dokumentation der Grundsatz-Urteile der jüngsten Zeit über Fälle von Diskriminierungen bis zur kommentierten Wiedergabe von Bundestagsdebatten.

Joachim Wiese aus Leipzig ist ein reger Mensch und hat sich dem Thema Zugänglichkeit gewidmet, Auf der "Accessibility Homepage" (Klingt Englisch, ist aber deutsch: http://privat.schlund.de/wiese) gibt es eine neue Rubrik: Berichte aus der Presse. Derzeit steht dort der Artikel "Braille & Co" aus dem Magazin fuer Computertechnik, c't 4/1998 . Jeder der zu Braille & Co etwas zu sagen hat, Wiese arbeitet zusammen mit der Mailingliste fblinu an einem Leserbrief.
Zu der Accessibility Homepage gibt es auch eine Online Arbeitsbereich im Internet: http://bscw.gmd.de/pub/german.cgi/0/4073232; schließlich noch eine weitere Internet-Seite zum Thema unter http://members.freepage.de/accessibility.

Das Tagungsprogramm der Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.. (BHSA) ist jetzt abrufbar unter: http://selbsthilfe.seiten.de/bv/bhsa/tagungsprogramm.html

Das Seminarangebot der ASbH, insbesondere die Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse der ASbH und des DRS Fortbildungsveranstaltungen Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene findet man unter http://www.asbh.de/seminar/seminar.htm. "Mobilität spielend verbessern" trifft den Nagel auf den Kopf.

Das Innsbrucker "BIDOK" (BehindertenIntegration Dokumentation) baut eine Volltextbibliothek im WWW auf und ist unter http://bidok.uibk.ac.at/ zu finden. Diese Seite ist nicht nur für Österreicher interessant!

Eine interessante Konstruktion ist Netpool in Hessen: hier gibt es eine stiftungsfinanzierte Plattform, auf der diverse soziale Initiativen präsentiert werden - die Bandbreite reicht von der Frankfurter Huren-Selbsthilfe HWG über die Iranischen Frauen bis zum Drogennotruf. Die Adresse: http://www.netpool.org/socart/ .

Einen ganz anderen Weg wählte die LAGH, Landesarbeitsgemeinschaft "Hilfe für Behinderte" Brandenburg e.V., die eine Homepage bei T-Online ins Netz gestellt hat: http://home.t-online.de/home/03332521751

Ergänzend zum Thema "Zentren für selbstbestimmtes Leben" möchte ich die Web-Adresse des Erlangener ZsL nachtragen: http://www.vcommunity.de/nuernberg/partner/zsl_access/zslim.htm

In jüngster Zeit hat es bei den Newsgroups einige Veränderungen gegeben: die inhaltliche Diskussion findet weitestgehend in den drei "Brettern"
- cl.behindert.allgemein,
- de.soc.handicap und
- maus.soc.handicap
statt, während "cl.behindert.aktionen", cl.behindert.diskussion" und t-netz.handicap.allgemein" ziemlich verödet sind.
Daneben gibt es natürlich jede Menge (deutschsprachige und englische) Bretter zu vielerlei Themen; so wurde kürzlich die Einrichtung einer neuen Newsgroup mit dem Titel "de.sci.medizin.cannabis" beschlossen.
Im selben Bereich gibt es übrigens auch
- de.sci.medizin.diabetes
- de.sci.medizin.logopaedie
- de.sci.medizin.pflege.
Wer sich über weitere Bretter informieren möchte, kann entweder sein News-Programm befragen, denn nicht alle Provider (Internetzugangs-Anbieter) haben alle Bretter verfügbar; als "Newsgroup-Archiv" ist "http://www.dejanews.com" sicher die ultimative Quelle. Hier sind auch ältere Nachrichten, die in den Newsgroups selbst längst zugunsten neuerer Einträge gelöscht wurden, archiviert.

Fast einen Boom erleben derzeit die "Mailing-Lists": hier handelt es sich um einen automatischen E-mail-Versand. Wer sich auf so einer Liste einträgt, kann eine E-mail schreiben, die von einem Computer an alle Listen-Teilnehmer verschickt wird. Im Gegensatz zu manchen Newsgroups bleiben Mailing-Lists (bisher?) von Werbemüll verschont, und soo aktiv sind die Teilnehmer der Listen noch nicht, daß einem das E-mail-"Postfach" nach 2 Tagen überlaufen würde.
- An erster Stelle möchte ich die MOVADO-Mailinglist nennen.
Movado ist ein sehr rühriger Berliner Server, wo man sich in erster Linie um Themen wie Mobilität und barrierefreien Zugang kümmert. Movado sitzt in Berlin, ist aber bei Berliner Messen wie der ITB auch mit überregionalen Themen dabei. Wer sich anmelden will, schickt einfach ein leere E-Mail an join-movado-news@lisa.kbx.de = oder geht auf die Anmeldeseite im Web http://www.kbx.de/perl/lyris.pl?join=3Dmovado-news

Hans Thiel ist einer der ältesten Hasen in unserem Bereich, und er hat mich zu recht darauf hingewiesen, daß sein HANDIX-Forum (http://ourworld.compuserve.com/homepages/Hans_Thiel) eben nicht nur ein Chat-Bereich ist, sondern auch jede Menge aktuelle Informationen zu bieten hat. Auch bei Handix gibt es eine Mailingliste: "Einfach "subscribe" im Textteil einer Mail an handix-request@obk.telekom.de schicken und du bist drin."

Eine "Mailingliste Alltag" gibt es auf dem Server "Lebenswege"(http://www.lebenswege.de); betrieben wird dieses "Lebenswege-Info" von Dirk Boettger-Schillinger. Die Liste richtet sich an alle Menschen, gerade aber auch an aeltere Menschen und Menschen mit Behinderungen und Krankheiten.
Die Liste soll einen sachlichen und konstruktiven Informations- und Erfahrungsaustausch ermoeglichen.
Die mit professioneller Pflege bzw. Betreuung im weitesten Sinne befassten Personen und Vereinigungen sind herzlich aufgefordert, sich zu beteiligen.
Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Info-File der Liste: http://www.lebenswege.de/alltag.htm; zum Anmelden (Einschreiben) muß ein Email mit dem Text (body) subscribe alltag an majordomo@lebenswege.de geschickt werden. Betreff-Feld (subject) bitte nicht ausfüllen !
Da diese "Alltag"-Liste noch sehr frisch ist, bleibt abzuwarten, ob und in welche Richtung sie sich entwickeln wird...
"Mailing Lists" gibt es zu vielerlei Themen. Eine Übersicht über 256 Listen, die nach verschiedenen Kategorien sortiert sind, gibt es unter http://www.lisde.de/.

In einem Beitrag zu einer Mailinglist erwähnte Robert Berhorst aus Gießen am Rande, daß er ein Internet-Projekt zum Thema Sozialversicherung, insbesondere Rentenversicherung, aufgebaut habe. "Um dem Benutzer Gelegenheit zu geben, sich vielseitig zu informieren, wurden zahlreiche Links zu anderen Veröffentlichungen eingefügt, so zum Bundesarbeitsministerium (BMA), Bundespresseamt (BPA), zu verschiedenen Versicherungsträgern (BfA und LVAs), zum Verband der Rentenversicherungträger (VdR), zu zahlreichen Universitäten und sonstigen Anbietern."
Die Adresse: http://www.erziehung.uni-giessen.de/studis/Robert/ Berhorst hat das Thema wirklich von Bismarck an aufgedröselt, und das in sehr angenehmer, lesbarer Form. Eine super Seite! Am Rande möchte ich auch auf das Hochschulseminar "Internet - Revolution oder Spielerei?" hinweisen, das zwar noch im Aufbau ist, aber viele Facetten dieses Themas sehr fundiert ausleuchtet. Wer das Internet nicht nur als "Bibliothek mit anderen Mitteln" begreift, sondern sich auch an Diskussionen über dieses Medium beteiligen möchte, findet hier prima aufgearbeitetes Material! Schade eigentlich, daß die Interessen und Anforderungen besonderer Benutzergruppen (wie z.B. blinder oder körperbehinderter Menschen)nicht eingearbeitet wurden.

"Wir haben fuer den INTRA-Arbeitskreis (INTRA = Integration von Behinderten und Nichtbehinderten) eine Homepage erstellt." schrieb mir Robert Walter in einer Mail. Die Adresse: http://home.t-online.de/home/R.Walter/ "Der INTRA-Arbeitskreis des CVJM-Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V. veranstaltet jährlich 2 INTRA-Freizeiten im In-  und Ausland." Insgesamt sicher keine wahnsinnig aufregende Seite, aber liebevoll gemacht und für Interessenten aus der Gegend auch interessant - wegen der Freizeiten, die ausführlich geschildert werden und wegen des offenen Umgangs miteinander, der gut 'rüberkommt. Durch eine E-mail wurde ich auf die Angebote der New Yorker Firma OASIS aufmerksam - http://home.att.net/~oasisllc/; ein Querschnittgelähmter aus Frankreich betreibt diese Firma mit viel Elan. Erstaunlich für so ein kleines Unternehmen: er gibt sich alle Mühe, seine Produkte dreisprachig (!) zu präsentieren (englisch/ franz./deutsch). Der Versuch ist lobenswert, allerdings sind die Übersetzungen noch ein bißchen holprig; wer des Englischen mächtig ist, wird mit den Original-Infos mehr anfangen können. Unter anderem bietet er als "Freedom Ryder" das extremste Handbike an, das ich bislang gesehen habe.

Wenn ich gerade mal wieder bei den US-Sites bin - unter http://remote-ability.com residiert "Remote Ability - Unique Products & Unusual Stories for the disAbled", also ungewöhnliche Geschichten wie behinderte Stuntleute, Paragliding von Rollifahrern, und die Hilfsmittel gehören auch nicht gerade zur alltäglichen Standard-Ausstattung. Auch hier gilt: spannend, aber nicht lebensnotwendig, und Sprachkenntnisse sind hier unabdingbar.

Zurück zu naheliegenderen Seiten. Die Landtagswahl in Niedersachsen ist gerade vorbei, aber weitere folgen in diesem Jahr - nicht nur die Bundestagswahl Ende September. Gespart und gekürzt wird an allen Ecken, umso wichtiger ist es, Politiker auf möglichst konkrete Aussagen festzunageln. Von verschiedenen Seiten werden "Wahlhilfen" und "Wahlprüfsteine" (u.a. bei BM-Online - http://www.behinderte.de/wahlen/wahl0.htm mit weiteren Seiten und Links) erarbeitet, die teilweise präzise Forderungen enthalten.
Einen allgemeinen Überblick zum Thema Wahlen '98, Parteien, Parteiprogramme etc. gibt "Wahlkampf 98" (http://www.wahlkampf98.de/ ) - leider ohne jede sozialpolitischen Aspekte, aber eine umfassende und aktuell gehaltene Informationssite.

Immer wieder ein Thema ist Partnerschaft und Sexualität. Vieles spielt sich in Newsgroups ab (allgemeine NGs, aber es gibt auch eine spezuielle: "alt.support.disabled.sexuality"!), anderen ist es lieber, per persönlicher E-mail Rat zu suchen. Zwei Internet-Seiten möchte ich hier besonders hervorheben: Sexual Attractiveness and Disability (http://www.satcom.net/mariposa/fsad/fsad01.html#top), bei diesen Beiträgen lohnt es sich sogar, nochmal das gute alte Englisch-Wörterbuch rauszukramen, und
die Homepage des "Grazer Vereins Positives Denken für Behinderte" (http://www.pdb.pointner.com/), der u.a. eine "ABV-Eros-Therapie" anbietet. Inhaltlich orientiert sich der Verein an SAR/Holland und SENSIS/Wiesbaden.

Ob allerdings eine Seite wie http://www.aec.co.at/eroticontact/inserate/ec18994.htm "Zusammenfassung: Ich bin krperbehindert, ein Spastker im Rollstuhl, 40 Jahre und sehr, sehr geil, denn ich habe noch nie eine Frau gehabt. Ich mache alles was Du willst, ich kann sicher 10 Stunden ohne Pause mit Dir Sex machen, denn ich will immer!"
Na denn prost. Männer wollen immer nur das eine?!

Im "Internet-Magazin" 3/97 las ich einen Hinweis auf "The Blind People Simulator" - http://homepages.regio.net/Christoph.Ketzler/blind.html. Da hat sich ein Mensch also ein Online-Spiel ausgedacht und mit viel Mühe sowie JavaScript programmiert, in dem man sich als Blinder fühlen kann: "In einem tiefschwarzen Feld müssen Sie nun den Weg durch ein Labyrinth von Hindernissen finden. Jedesmal wenn Sie gegen eines stoßen, erscheint als Comic-Sprechblase ein Schmerzensschrei." Na, das ist sicher Geschmackssache...

Auch wenn die Zahl der Zugänge zum Internet in jüngster Zeit expandiert wie kaum ein anderer Bereich, wird doch die Mehrheit der LeserInnen nicht über einen Internet-Zugang verfügen. Es gibt inzwischen vielerorts "Internet-Cafes", wo man einfach mal eine Stunde "Schnuppern" kann; je nach Behinderung kann es allerdings sein, daß schnöde bauliche Barrieren im Weg sind. Im Zweifelsfall hilft allerdings: fragen! In Frankfurt/M ist das eine Internet-Cafe (in der Zeil-Galerie Les Facettes) völlig barrierefrei; das zweite (CyberRyder) in der Töngesgasse hat zwar zwei Stufen am Eingang, dafür ist es da ruhiger und das Personal ist wirklich sehr kompetent und freundlich. Eine Liste der Internet-Cafes in Deutschland gibt es u.a. beim ZDF (auch über Videotext abrufbar).
In Berlin hat nun die Fürst-Donnersmarck-Stiftung nicht nur eine Homepage (http://www.fdst.de), sondern im manchem Berliner oder Berlin-Besucher bekannten "blisse 14" ein behindertengerechtes Internet-Cafe eingerichtet (Berlin-Wilmersdorf, Blissestr.14), und die Humboldt-Universität (Institut für Rehabilitationswissenschaften) macht eine wissenschaftliche Begleitung und "Evaluation". Eigentlich sind doch Internet-Cafes schon eine etablierte Sache... was gibt es da eigentlich noch zu begleiten und zu forschen?

Zu guter letzt noch ein Tip: Über das Internet spricht jeder gerne, viele finden sich beim Surfen durch die zahlreichen Seiten auch ganz gut zurecht. Sobald man bei der Reise auf der Datenaqutobahn auf Fachchinesisch stößt, ist für die meisten Surfer der Spaß vorbei. Was ist ein Emoticon oder eine UUE-Kodierung? Diese und viele andere Begriffe werden beim "Internet-ABC" erklärt: http://www.goerres.de/projekte/Internet-ABC/
Hannes Heiler

PS: Dieses Online-Tagebuch steht - wie auch die früheren Beiträge - unter BM-Online mit allen Internet-Adressen bereit; interessierte LeserInnen brauchen also keine Adressen abzutippen, sondern nur dort die Links anzuclicken. Ein virtuelles Surfbrett...


Hannes Heiler
BM-Online 



Nachtrag: zum Thema Diabetes hat der Diabetiker-Bund Hamburg eine sehr gute Übersicht - mit einer wohlgefüllten Link-Liste. http://home.t-online.de/home/Diabetiker-Bund.Hamburg/