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BIZPES-INFO 2/97




Inhaltsverzeichnis

* EURO rückt in reifbare Nähe; die neuen EURO Banknoten wurden
vorgestellt
* Zu dieser Jubiläumsausgabe; 50. Ausgabe von BIZEPS-INFO
* Diskriminierungen behinderter Menschen beenden!; Referat Dr.
Schönwiese
* FILM: Am 8. Tag; Geheimnisse der Schöpfungsgeschichte
* SPALTE: PLUS; Abgeordneter Feurstein zum Pflegegeld
* Zum Thema "behinderte Menschen" sprachen ...; Die neue Regierung
* Franz Christoph (1953 - 1996); ein wichtiger deutscher Aktivist ist
gestorben
* FILM: Jenseits der Stille
* SPALTE: OTTO STÄNKERER; Kinobesuche im Rollstuhl - aussichtslos!?
* AUS DEM AUSLAND; Kurzbeiträge aus verschiedenen Ländern
* SERVICEBOX; Kinoliste, Mautregelung
* BUNDESLÄNDERFORUM; Kursbeiträge aus Österreich

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EURO rückt in reifbare Nähe
Die Entwürfe für die neuen EURO Banknoten wurden vorgestellt. Sind sie
für sehbehinderte und blinde EuropäerInnen benützbar?

[MK] Ein sehr wichtiger Bereich des selbstbestimmten und selbständigen
Lebens sehbehinderter und blinder EuropäerInnen ist die Abwicklung des
Zahlungsverkehrs.

Von besonderer Bedeutung ist hierbei der selbstbestimmte und
unabhängige Umgang mit Banknoten, da diese zumeist einen höheren
Geldwert repräsentieren als die im Alltag am häufigsten verwendeten
Geldmünzen und wegen ihrer Ausgestaltung meist schwer voneinander zu
unterscheiden sind.

Die derzeit verwendeten Schilling-Banknoten sind vor allem durch ihre
Grösse voneinander zu unterscheiden; dabei sei aber gesagt, daß diese
Unterscheidung am sichersten mit einem Hilfsmittel, dem sog. Cash-Test
, einer Schablone, mit der an Hand der Geldscheinlänge die jeweilige
Banknote identifiziert werden kann, gelingt.

Leider wurde in Österreich auf andere Unterscheidungskriterien, wie
etwa die auffällige farbliche Gestaltung, die Verwendung von deutlich
les- bzw. tastbaren Symbolen oder Ziffern, nicht geachtet, was die
Handhabung vor allem für sehbehinderte Menschen erschwert, ja sogar bei
normalsichtigen Menschen zu Verwechslungen führt.

In diesem Zusammenhang hat sich auch der Verein Blickkontakt
(Interessengemeinschaft sehender, sehbehinderter und blinder Menschen)
bemüht, in Erfahrung zu bringen, wie es um die Handhabbarkeit, sprich
Unterscheidbarkeit des EURO bestellt sein wird.

Das Ergebnis war, so viel sei vorweg gesagt, im Prinzip erfreulich.

Laut einer Information des Europäischen Währungsinstituts (EWI) wie der
Österreichischen Nationalbank (ÖNB) ist bei der Gestaltung der
EURO-Banknoten besonders auf die Anforderungen von sehbehinderten und
blinden Menschen Rücksicht genommen worden; dies verwundert auch nicht,
wenn man bedenkt, daß ca. 7 Mio EU-BürgerInnen (ca. 2 %) in erhöhtem
Maße sehbehindert sind.
Als Orientierungshilfe für das Design von Banknoten wurde - BIZEPS-INFO
berichtete - von der European-Blind-Union (EBU) ein Katalog an
Mindeststandards entwickelt. Dieser stimmt mit dem vorliegenden
Gestaltungskonzept des EWI nur in wenigen Punkten nicht überein.

Vier Kriterien
der Unterscheidbarkeit wurden dabei vom EWI in Zusammenarbeit mit
Interessensvertretungen sehbehinderter und blinder Menschen festgelegt:

1. unterschiedliche Abmessungen der Banknoten
Die unterschiedlichen Abmessungen bieten wieder die Möglichkeit, die
Banknoten voneinander sicher zu unterscheiden; dabei werden die
Banknoten von
5 bis 500 EURO ansteigend jeweils um
6 bis 7 mm länger. Die Breite bleibt bei 100, 200 und 500 EURO gleich.
Es ergeben sich folgende Größen:

5 EURO: 120 mm x 62 mm
10 EURO: 127 mm x 67 mm
20 EURO: 133 mm x 72 mm
50 EURO: 140 mm x 77 mm
100 EURO: 147 mm x 82 mm
200 EURO: 153 mm x 82 mm
500 EURO: 160 mm x 82 mm

Seitens der EBU wird ein Breiten- als auch Längenunterschied von
mindestens 5 mm gefordert; dieses Erfordernis wird bezüglich der Breite
der Banknoten also nicht erfüllt.

Wesentlich ist aber vor allem, daß die verschiedenen Längen eine
Unterscheidung sowohl durch das Vergleichen beim Aneinanderlegen als
auch mittels eines Cash-Test ermöglichen. Es sei noch angemerkt, daß
der Geschäftsführer der Firma CARE-TEC, Dr. Dietmar Litschl, der den
Cash-Test entwickelt hat, nach einem Gespräch mit der ÖNB sagen kann,
daß auch bereits geplant ist, für den EURO einen Cash-Test zu
produzieren.

2. unterschiedliche Hauptfarben der Banknoten
Für sehbehinderte Menschen, vor allem auch alte Menschen, wird die
auffallende Farbgestaltung von Vorteil sein, wobei allerdings erst nach
einer Gewöhnungsphase die Assoziation einer bestimmten Farbe mit dem
jeweiligen Betrag möglich sein wird.

Die unterschiedlichen Hauptfarben sind: 5 EURO: grau, 10 EURO: rot, 20
EURO: blau, 50 EURO: orange, 100 EURO: grün, 200 EURO: gelblichbraun,
500 EURO lila.

Auch seitens der EBU wurde eine Farbgestaltung gefordert, die eine
problemlose Unterscheidung ermöglicht. Diesem Erfordernis wurde
weitestgehend Rechnung getragen.

3. Tasteigenschaften des Drucks
Die Tastbarkeit des Drucks wird versucht, durch ein gut tastbares
Farbrelief im Wege eines Stichtiefdruckverfahrens zu verwirklichen.
Erfahrungsgemäß sind derlei tastbare Symbole am unzuverlässigsten, da
dazu besondere Geübtheit im Erkennen tastbarer Symbole erforderlich ist
und sich diese Reliefdarstellungen durch die starke Beanspruchung von
Banknoten (Abgreifen, Zusammenlegen, ...) abnutzen.

4. deutlich erkennbare und lesbare Ziffern
Ebenfalls den Bedürfnissen sehbehinderter Menschen kommt entgegen, daß
auf beiden Seiten der Banknoten und jeweils an derselben Stelle große
und deutlich lesbare Ziffern angebracht werden, die außerdem noch dazu
dienen, die Richtung anzuzeigen, in der Banknoten in Automaten
einzuführen sind.

Diesbezüglich muß man sagen, daß hier erstmals auch auf einen
Anwendungsfall Rücksicht genommen wurde, der insbesondere im Zuge der
Emanzipierung behinderter Menschen zunehmend wichtig wird. Alles in
allem kann man mit dieser Banknotengestaltung zufrieden sein. Bleibt
nur abzuwarten, ob der EURO letztlich wirklich kommt.
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Zu dieser Jubiläumsausgabe

[ML] Es erfüllt uns mit Stolz und Freude, daß Sie jetzt die 50. Ausgabe
von
BIZEPS-INFO in den Händen halten.

"Wozu noch
eine Behindertenzeitung?"
So oder so ähnlich wurde im September 1992, anläßlich der ersten
Ausgabe von BIZEPS-INFO, gefragt. Mit einer Auflage von 830 Exemplaren
und dem Vorhaben, monatlich Informationen auf einem A4 Blatt zu
liefern, hat alles begonnen.

Doch schon nach kurzer Zeit wurde unsere Zeitschrift dank der
Informationen geschätzt und wir erhielten viele Reaktionen, die uns
anspornten, für Sie noch besser zu werden. Heute erhalten Sie monatlich
(zumindest) acht A4 Seiten, und auch die Auflage konnten wir
vervielfachen.

Wir sind nicht objektiv !
Wie sagte schon Dagobert Lindlau: "Ich glaube an zwei Dinge. Ein Autor
soll nicht lügen. Und der Anspruch, objektiv sein zu können, ist eine
Lüge." Daher wollen wir auch nicht objektiv sein. Wir berichten aus dem
Blickwinkel der Betroffenen. Darauf sind wir stolz, daran werden wir
festhalten.

Wir wollen aber noch mehr. Mark Twain beschrieb einmal das Wesen einer
guten Zeitung so: "Zeitungen sollen nicht nur berichten, was geschieht;
sie sollen die Leute auch dazu anhalten, aktiv zu werden." Wir
versuchen dieses Ziel zu erreichen, und Ihre Reaktionen zeigen uns
erfreulicherweise immer wieder, daß uns dies gelingt.

Service ist uns wichtig !
Den Vorteil monatlich zu erscheinen nützen wir für Sie aus. Wir
versuchen immer aktuell und prägnant zu informieren. Auch unser Service
möchten wir noch weiter verbessern. Ab dieser Ausgabe von BIZEPS-INFO
werden wir monatlich wichtige Informationen gebündelt in der SERVICEBOX
anbieten.

Papier, Diskette oder Internet
Wußten Sie, daß es BIZEPS-INFO seit einem Jahr im Internet gibt?
http://www.bizeps.or.at/behinderte/

Keine Angst, es wird auch in Zukunft eine gedruckte Version und eine
Version auf Diskette - für blinde Menschen - geben. Gedankt sei an
dieser Stelle den MitarbeiterInnen von REHA-DRUCK für das prompte
Drucken und Versenden von BIZEPS-INFO.

DANKE !
Besonders bedanken möchten wir uns bei Ihnen, sehr geehrte LeserInnen!
Sie haben uns durch Ihre Reaktionen laufend angespornt, besser zu
werden. Ihre zahlreichen Telefonate und LeserInnenbriefe freuten uns
und halfen uns BIZEPS-INFO so zu erstellen, wie Sie es vor sich liegen
haben.

Ihre regelmäßigen Spenden ermöglichen das Erscheinen und sind
letztendlich für den Erfolg dieser Zeitung mitentscheidend. Und Sie
zeigen uns deutlich, daß Sie mit unserer Leistung zufrieden sind und
hinter uns stehen. Das ist eine Herausforderung für uns. l

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Wir sind für Sie da !

BIZEPS-Behindertenberatungszentrum
Zentrum für Selbstbestimmtes Leben
Kaiserstraße 55/3/4a, 1070 Wien

Mo - Do von 10 bis 16 Uhr
Beratung nur nach Voranmeldung
Tel.: (++43-1) 523 89 21, Fax: 523 89 21-20

Email: bizeps@magnet.at und bizeps@blackbox.at
BIZEPS-INFO ONLINE http://www.bizeps.or.at/behinderte/

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Diskriminierungen behinderter Menschen beenden !

Im Folgenden Auszüge eines Referates von Dr. Volker Schönwiese beim
Hearing für ein Gleichstellungsgesetz am 17. Oktober 1996 im Parlament.

[VS] Behinderte Menschen sind die letzte gesellschaftliche Gruppe in
Österreich, deren Bürgerrechte noch nicht anerkannt sind. Behinderung
muß als ein politisches Phänomen und als ein Phänomen betrachtet
werden, wie die Gefühle gegenüber behinderten Menschen in politischen
Systemen entstanden sind und entstehen.

Um hier Erklärungen zu finden, also den Regelkreis zwischen abwertenden
und diskriminierenden Gefühlen gegenüber behinderten Menschen zu
erklären, die den Alltag von behinderten Menschen dominieren, müssen
wir von der Bedeutsamkeit von Angst vor Behinderungen und von
Projektionen reden. Projektion meint, daß wir in andere Menschen das
hineinlegen, vor dem wir die größte Angst haben, z. B. das, was wir
selbst an uns ablehnen, nicht wollen oder etwas, das uns bedroht.

Niemand will unschön/ekelerregend aussehen, niemand will unglücklich
sein, niemand will krank werden, alle haben Angst vor dem Tod. Alle
diese angstbesetzten Themen, mit denen wir so schwer in unserer Welt
der perfekten Ansprüche an den arbeits- und konsumfähigen Menschen
umgehen können, verdrängen wir alltäglich, wollen sie von uns ferne
haben.

Ganz verdrängen können wir sie nicht und es ist aus allen unseren
Erfahrungen festzustellen, daß behinderten Menschen gefühlsmäßig mit
diesen Themen identifiziert werden.

Sie werden es kaum glauben, wie oft ich in alltäglichen Gesprächen mit
mir unbekannten Personen - z. B. im Park in der Sonne sitzend -
angesprochen werde, und es geht sofort, ohne daß ich es will, um
Krankheit, Elend und Tod. Behindert sein wird mit allem Elend der Welt,
das einem selbst betreffen kann, identifiziert.

Dieses historisch entstandene Gefühl ist die Basis der täglichen
Aussonderung und Diskriminierung von behinderten Menschen. Dieses
Abladen von Problemen bei behinderten Personen kann nur funktionieren,
wenn deren Probleme nicht im akzeptablen Ausmaß gelöst werden.

Es gibt ein meist unbewußtes Interesse, daß die gesellschaftlichen
Probleme behinderter Menschen nicht gelöst werden, das sich im
Vergessen der Berücksichtigung der Bedürfnisse von behinderten Menschen
auf Zugang zu allen gesellschaftlichen Einrichtungen zeigt.

Wir stoßen in unseren politischen Aktivitäten immer wieder auf dieses
Phänomen, daß wir "vergessen" werden, es Abwehr gibt, sich mit von uns
Behinderten gestellten Fragen auseinanderzusetzen. Es wurde "vergessen"
hier einen Gehsteig abzuschrägen, es wurde "vergessen" hier einen Lift
einzubauen, ...
Und das alles trotz vorhandener Erlässe, die "vergessen" werden und die
nicht einklagbar sind. Dieses Vergessen und Verdrängen ist eine aktive
Strategie des Weg-Haben-Wollens, ist die Basis für alle Formen von
Aussonderungen, Mißachtungen und Diskriminierungen von behinderten
Menschen in allen Lebensbereichen, es ist aber auch die Basis für
eugenisches Denken - die Vorstellung, behinderte Menschen stören oder
vernichten einen gesunden Volkskörper - es ist die Basis für
"Euthanasie", die ja schon wieder diskutiert wird.

Es ist im gesellschaftlichen und politischen Alltag klar, daß es bei
uns Rassismus und Antisemitismus gibt, es ist klar, daß es Sexismus
gibt und daß es hier politischen Handlungsbedarf gibt, so wie manche
PolitikerInnen mit diesen Gefühlen politisch arbeiten und Menschen
gegeneinander aufbringen (siehe Ausländerhetze).

Es ist im politischen Alltag nicht klar, daß es eine ähnliche Haltung
gegenüber behinderten Menschen gibt, für die es auch kein übliches Wort
gibt, die man aber am besten in Anlehnung an amerikanische
Formulierungen "Handicapismus" nennen könnte.

Handicap kommt von Kappe in der Hand, kommt vom Betteln. Handicapismus
ist die unbewußte Haltung vergleichbar mit Rassismus und Sexismus, die
behinderten Menschen gleiche Rechte verweigert, die Behinderte im
Status von abhängigen, auf Gnade und Mildtätigkeit (Spenden)
angewiesene Personen hält - Handicapismus ist die Haltung, die
Behinderung erzeugt.

Wir in der Selbstbestimmt-Leben Bewegung sprechen davon, daß wir nicht
behindert sind, sondern behindert werden. Behinderte Menschen werden
unter dem Einfluß von Diskriminierungen vielfach zu dem, was man ihnen
von vornherein unterstellt, daß sie es sein könnten.

Entscheidend ist, daß die Abwertung von behinderten Menschen, die
Verminderung von Lebenschancen bis zu neuen "Euthanasie"-Tendenzen
strukturelle, politische Hintergründe haben.

Beide Tendenzen sind nämlich heute erkennbar: Es gibt sichtbare
Fortschritte in der Integration und in der Beachtung der Menschenwürde
von behinderten Menschen und es gibt gleichzeitig eine Zunahme an
direkter persönlicher Gewalt gegen behinderte Menschen bis zur direkten
Formulierung von Tötungswünschen.

Integration und Achtung gleicher Rechte müssen politisch durchgesetzt
werden.

Wenn wir das nicht betreiben, arbeiten wir der indirekten oder direkten
Vernichtung von Lebensmöglichkeiten für behinderten Menschen bis zur
"Euthanasie" zu. l

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Geheimnisse der Schöpfungsgeschichte

[HS] Am achten Tag schuf Gott die Mongolen. Das hat unsere Welt bis
heute nachhaltig durcheinandergebracht. Darum wurde die
Schöpfungsgeschichte bei sieben gekappt und die Mongolen steckten wir
in Heime, damit sie die heile Welt vor und auf dem Silberschirm nicht
durcheinanderbringen.

Seither wissen wir wenig von den Mongolen, und neuerdings sprechen wir
behindertenpolitisch korrekt von Down Syndrom oder Trisomie, womit das
Mongolen-Problem überhaupt gelöst, nämlich aufgelöst ist.

Aber da gibt es noch einen belgischen Filmemacher, Jaco van Dormael,
der irgendwie von den neueren Entwicklungen noch nicht Wind bekommen
hat. Also machte er einen Film über den achten Tag und die Mongolen,
und so kommt Georges der Mongole auf den Schirm und bringt alles
durcheinander.

Vor allem bei einem sonst straighten Manager namens Harry. Georges
läuft Harry in die Quere, das heißt, der Hund, der Georges begleitet,
läuft Harry in seinen Mercedes und da Harry zwar viel am Hals aber
schließlich doch ein Herz hat, nimmt er Georges mit zur Polizei, damit
der entlaufene Mongole wieder zurück in sein Heim und die Welt wieder
in Ordnung kommt.

Dabei ist bei Harry auch nicht alles so in Ordnung, wie sein untadelig
unmongolisches Aussehen und Verhalten nahe legen würde. Die Frau mit
den zwei Töchtern ist ihm davon, und Harry leidet, aber doch nicht so,
als daß er seinen Manager-Job vernachlässigen würde. Und da soll er
sich auch noch um Georges den Mongolen kümmern, der ausgebuchst ist,
weil er seine Mutter vermißt.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Georges ist ganz unmöglich
mongolisch, was Harry zwar zur Verzweiflung, aber langsam zu Verstand
(und Gefühl) bringt. Denn für Nicht-Mongolen wie Harry gibt es in
dieser Welt Lösungen, auch wenn sie diese erst von den Mongolen lernen
müssen.

Für Mongolen wie Georges gibt es keine Lösungen, wenn die liebende
Mutter nicht mehr in dieser Welt ist. Also stürzt sich Georges
schlußendlich vom Dach, nachdem er Harry den Weg gezeigt hat, obwohl
doch eigentlich Harry ihm den Weg hätte zeigen sollen. Womit die Welt,
die von der Schöpfungsgeschichte des achten Tages nichts wissen will,
wieder ins Lot kommt.

Für konventionelle Filmkritik ist all das ein bissl wirr und höchstens
"Edelkitsch" (Spiegel). Mag sein. Zu sehen ist jedenfalls: Eine
großartige schauspielerische Leistung eines Mongolen (Pascal Duquenne),
was es doch eigentlich gar nicht geben kann. Die Moral der Geschichte
ist, in Hinblick auf die Nicht-Mongolen, tatsächlich ein wenig mit dem
Holzhammer gestrickt. Aber vielleicht können Männer, zumindest in der
Filmwelt, nur mit Hilfe von Mongolen und anderen merkwürdigen Völkern
zu Verstand und Gefühl kommen (in Rainman, z. B.).

Für die Mongolen (und andere merkwürdige Völker) ist die Moral der
Geschichte leider auch mit dem Holzhammer gestrickt - die stürzen sich
in den Tod, wenn der einzige Mensch, der sie versteht, nicht mehr für
sie da ist. Das ist leider nicht nur Edelkitsch, denn selbst in so
kleinen Ländern wie diesem findet sich wenigstens ein-, zweimal im Jahr
eine Zeitungsnotiz ähnlicher Bauart. l

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SPALTE: PLUS

[MS] Nicht der dafür zuständige Sozialminister, sondern der damalige -
und für das behindertenfeindliche Sparpaket hauptverantwortliche -
Finanzminister, sprach sich am 7. Jänner 1997 dafür aus, die
Sozialausgaben 1998 und 1999 auf das Niveau 1997 einzufrieren.

Das würde für mehr als 300.000 hilfs- und pflegebedürftige Menschen
bedeuten, daß das Pflegegeld wieder nicht valorisiert wird.

Es würde weiters bedeuten, daß, geht es nach Klima, die im Sparpaket
eingeführten menschenverachtenden Kürzungen und Verschlechterungen
nicht zurückgenommen werden.

In wohltuenden klaren Worten nahm dazu umgehend der Sozialsprecher der
ÖVP, Nationalratsabgeordneter Dr. Gottfried Feurstein Stellung: Er
betonte unmißverständlich, daß das zwei Jahre hintereinander nicht
erhöhte Pflegegeld im nächsten Jahr wieder valorisiert werden müsse.

Zu der von Klima abermals geforderten Erhöhung der Treffsicherheit von
Sozialleistungen meinte Feurstein:

"Ich sehe derzeit keinen Bereich, wo man wesentliche Veränderungen
machen könnte." Er könne sich grundsätzlich nicht vorstellen, daß ein
Sparprogramm im Sparbereich "bei den Einzelleistungen anfängt".

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Zum Thema "behinderte Menschen" sprachen ...

... anläßlich des Ausscheidens aus der Bundesregierung der ehemalige
Minister SCHOLTEN:
[profil 5/97] "Worauf ich stolz bin und was öffentlich kein Thema war,
ist die Integration behinderter Kinder in der Schule. ... Wenn in 15
Jahren Tausende nichtbehinderte Kinder in Österreich jahrelang mit
Behinderten in einer Klasse gesessen sein werden, dann haben die einen
anderen Zugang zu Behinderten, als wir ihn hatten."

... anläßlich der Pflegegelddis-kussion die neue Sozialministerin
HOSTASCH:
[Standard, 12.1.96] Arbeiterkammer
Präsidentin Hostasch zum Beschäftigungsverhältnis: "Man muß sich das
allerdings gut überlegen. Schließlich macht man damit den Pflegling zum
Arbeitgeber. Besonders in den hohen Pflegestufen sind Menschen aber nur
beschränkt handlungsfähig."

... anläßlich der sehr starken Kürzungen und Verschlechterungen beim
Pflegegeld der neue Bundeskanzler KLIMA:
[SK, 25.3.96] Sein Lob sprach Finanzminister Klima Sozialminister Franz
Hums aus, "dem es mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen gelungen
ist, in seinem Ressort ausschließlich sozial verträgliche Einsparungen
vorzunehmen".
Als Beispiel nannte er hier den Bereich Pflegegeld, wo man niemandem
etwas weggenommen habe, sondern die Kostenexplosion lediglich durch so
sanfte Maßnahmen, wie die Streichung des Geldes bei einem
Spitalsaufenthalt, eingedämmt habe. l

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Franz Christoph (1953 - 1996)

[MS] Er hat uns für ewig verlassen. Er war ein Unbequemer gewesen,
gegenüber Nichtbehinderten, aber auch zu seinen behinderten
FreundInnen, und er konnte dabei auch übers Ziel schießen. Deshalb
haben ihn zuletzt viele gemieden. Das heißt aber nicht, daß er mit
seiner radikalen Konsequenz immer falsch lag.

Franz war aktiver Teilnehmer am Hungerstreik im Bremer Rathaus, als der
Behindertenfahrdienst eingestellt werden sollte. Er war es, der zum
Auftakt des "Jahres der behinderten Menschen" 1981 seine Krücke dem
deutschen Bundespräsidenten Carstens vor sein Schienbein knallte, und
er protestierte gegen die euthanasiefreundliche Haltung der "ZEIT",
indem er sich an die Eingangstüren des Redaktionsgebäudes kettete.

Seine zahlreichen Aktivitäten waren begleitet von einer regen
publizistischen Tätigkeit, u. a. war er 1979 Mitbegründer der
legendären "Krüppelzeitung". Der
Tod von Franz Christoph ist ein großer Verlust für die deutsche
Behindertenbewegung. Wir trauern mit unseren FreundInnen. l

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Jenseits der Stille

[MH] Der Film von Caroline Link erzählt die Geschichte von Lara. Ihre
Eltern sind gehörlos, und so muß das Mädchen von klein auf den
Dolmetscher spielen, und das in seltsamen Situationen: auf der Bank,
beim Telefonieren, ja sogar den Rüffel ihrer Lehrerin muß Lara für ihre
Eltern übersetzen.

Zu ihrem Vater Martin hat sie ein sehr intensives Verhältnis, sie baut
für ihn in der Gebärdensprache Brücken zur Welt der Hörenden. Umso
entsetzter ist er, als Lara eine neue Leidenschaft entdeckt: die Musik.
Gefördert durch ihre extravagante, hörende Tante Clarissa entwickelt
sich Lara zu einer erstklassigen Klarinettistin, argwöhnisch beäugt von
ihrem Vater, dem sich die unbekannte Welt der Töne nicht erschließen
will.

Doch Lara setzt sich gegen den Willen von ihrem Vater durch und zieht
nach Berlin, um dort ein Studium an der Musikhochschule zu beginnen.
Mehr als einmal steckt die Geschichte in Gefahr, entweder im
Hollywood-Kitsch à la "Gottes vernachlässigte Kinder" oder in der
Grauzone des öden Problemfilms zu versinken. Doch die Hindernisse
werden fabelhaft überwunden, letztendlich erreichen den ZuschauerInnen
Momente der Poesie, wie sie im Kino selten geworden sind.

Der Hintergrund der Geschichte ist die Gehörlosigkeit, aber nicht das
Thema. Lara hat die Probleme von jedem Teenager, der erwachsen wird,
und die nur durch die Abhängigkeit ihrer Eltern von ihrer
Dolmetscherkunst verstärkt werden.

Dennoch ist das "Gehörlosenmilieu" im Film präsent und feinfühlig
dargestellt. Jenseits der Stille taucht in eine den Hörenden unbekannte
Welt und zeigt deren komische und tragische, deren anrührende und
absurde Seiten. Ganz nebenbei bietet der Film auch hinreissende Musik,
im Stile Klesmer. l

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SPALTE: OTTO STÄNKERER

Kinobesuche im Rollstuhl - aussichtslos!?

Vor einigen Jahren war ich noch leidenschaftliche Kinogeherin, doch
seit Kinobesitzer und Billeteure bemerkt haben, daß es ein Gesetz gab,
das es verboten hat, RollstuhlfahrerInnen alleine (ohne Begleitperson)
eine Vorstellung besuchen zu lassen, wurde einem das Kinogehen ganz
schön vermiest. Nachdem sich die Vorfälle gehäuft hatten, daß
RollstuhlfahrerInnen der Kinos verwiesen wurden, initiierten die
Betroffenen, daß das Veranstaltungsstättengesetz abgeändert wurde und
es nun nicht mehr notwendig ist, eine Begleitperson dabeizuhaben.

So passierte es vor wenigen Wochen, daß ich mit meiner Begleitperson
einen Film im Kollosseumkino besuchen wollte, was meiner Ansicht kein
Problem sein konnte, denn der Film war in einem Kinosaal im Erdgeschoß
und die Stufe beim Eingang wurde seit meinem letzten Besuch in eine
Rampe umgewandelt.

Denkste - der Herr an der Kasse meinte freundlich, aber bestimmt, daß
er an RollstuhlfahrerInnen
KEINE Karten verkaufen dürfe und holte auf mein "Warum?" sofort den
Geschäftsführer. Dieser sagte, daß in seinem Kino keine Plätze für
RollstuhlfahrerInnen vorgesehen sind, worauf ich einwarf, daß ich mich
auf einen Sessel setzen kann, er: "Das ändert nichts an der Tatsache,
daß sie invalid sind."

Daraufhin fuhren wir ins Elite-Kino, wo wir, trotz dreier Stufen,
Karten verkauft bekamen. Ich frage mich, wie oft das Gesetz noch
abgeändert werden muß, bis Geschäftsführer keine Ausrede mehr haben,
RollstuhlfahrerInnen reinzulassen. Kinobesuche sind derzeit anscheinend
reine Ermessensfragen von KassierInnen und GeschäftsführerInnen, nicht
aber von Menschenrechten.

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AUS DEM AUSLAND

Unerhört

[Selbstbestimmt 6/96] Ausgangspunkt war die Äußerung des ehemaligen
Bürgermeisters Kippers von Hildburghausen/Deutschland während einer
Dienstberatung vor mehreren Zeugen, er wolle "Alte und Behinderte mit
einem Bus, dessen Abgase nach innen geleitet würden, solange durch die
Stadt fahren, bis sie entweder umfielen oder aus Luftmangel an die
Scheiben klatschten".

Das Sonneberger Amtsgericht sah in dieser Äußerung nicht einmal den
Tatbestand der Volksverhetzung, sondern stellte das Verfahren gegen
Zahlung einer Strafe von 15.000 DM ein.

Kipper nahm dieses Urteil mit Genugtuung an und konnte sich das Lachen
nicht verbeißen. Die Behindertenverbände aus Sonneberg und Suhl
protestieren gegen dieses Urteil auf´s Schärfste. Wir als Jenaer
Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen schließen uns
dem an.

Wir müssen uns fragen, ob es wieder so weit ist, daß sozial Schwächere,
Behinderte und alte Menschen straflos in den Dreck getrieben werden
dürfen? Ob die vielen Opfer deutscher "Euthanasie" schon vergessen
sind? Oder ist der hart erkämpfte Zusatz zu Artikel 3 Grundgesetz
"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." nur eine
Farce?



Gleichstellungsinitiative

[ASKIO-PD 6/96] Am 30. November 1996 haben sich in Freiburg/Schweiz 180
Personen, darunter die weitaus überwiegende Zahl Direktbetroffener, zu
einer zweisprachigen Tagung zusammengefunden, die sich in Referaten,
Plenumsdiskussionen und Workshops
intensiv mit den Hintergründen und Perspektiven der parlamentarischen
Initiative "Gleichstellung der Behinderten" befaßte. Die
TeilnehmerInnen arbeiteten in Workshops Strategien aus, wie dieses
Anliegen in Hinblick auf eine kommende Volksabstimmung frühzeitig
landesweit bekanntgemacht werden kann.

Die Freiburger Tagung machte klar, daß die Gleichstellungsforderung
unter den Betroffenen aus allen Landesgegenden und
Behinderungsgruppierungen auf lebhafte Zustimmung und
Unterstützungsbereitschaft stößt, die - sollte der parlamentarische
Vorstoß keine Früchte tragen - bis zur Lancierung einer eigenen
Volksinitiative geht.

Auch an Argumenten herrscht offensichtlich kein Mangel. Ein
Hauptanliegen der Behindertenbewegung muß es jetzt sein, nicht nur auf
gesamtschweizerischer, sondern auch auf regionaler Ebene bewegliche
behinderungsübergreifende Strukturen zu schaffen (wo diese noch nicht
vorhanden sind), um die Gleichstellungsforderung wirkungsvoll im
engeren geographischen Umfeld zu popularisieren - und umzusetzen!



"Euthanasie"-Gedenkstätte in Brandenburg/Deutschland

[Randschau 4/96] An die Massenvernichtung behinderter Menschen im
Faschismus soll eine Gedenkstätte in Brandenburg an der Havel erinnern.
Hier befand sich seit Januar 1940 die erste der sechs Tötungsanstalten
der "Euthanasie"-Aktion; über 9.000 Menschen wurden vergast.



Forum

Das Forum Selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen soll die
Interessensvertretung Behinderter mit persönlicher Assistenz in
Deutschland verbessern und Gesetzgebung und Verwaltungspraxis
beeinflussen. Weitere Informationen erhalten Sie bei: Elke Bartz,
Nelkenweg 5, D-74673 Mulfingen, Email: e.bartz@lnk-cr.bawue.cl.sub.de

Irland: Ministerium für Gleichberechtigung

[MS] Die irische Verfassung aus dem Jahre 1937 enthielt zwar eine
allgemeine Gleichheitsbestimmung, behinderte Menschen kamen darin aber
nicht vor.

1993 wurde von der neuen Koalitionsregierung das Ministerium für
Gleichberechtigung und Rechtsreform geschaffen, zu dessen Aufgaben es
zählt, die Rechte behinderter Menschen zu fördern. Im November 1993
bildete der Minister für Gleichberechtigung und Rechtsreform eine auf
höchster Ebene angesiedelte Kommission zum Status von Menschen mit
Behinderungen. Ziel war herauszufinden, wie behinderte Menschen leben
und Verbesserungsvorschläge zu machen.

Der Kommissionsbericht ist im November 1996 unter dem Titel "Eine
Strategie für Gleichstellung" erschienen und stellt fest, behinderte
Menschen werden in Irland als "Bürger 2. Klasse behandelt".

Der Bericht empfiehlt u. a. eine Änderung der Verfassung, um das Recht
auf Gleichheit zu garantieren sowie die Schaffung eines
Anti-Diskriminierungsgesetzes. Geplant ist, daß die Kommission einen
Entwurf über ein Anti-Diskriminierungsgesetz vorlegen wird. l

Finnlands Gleichberechtigungsgesetz

[MS] Im Jahre 1988 ist in Finnland das Gesetz über Dienstleistungen und
Unterstützungen für behinderte Menschen in Kraft getreten. Das
Hauptziel ist die Verbesserung der Fähigkeit, als gleichberechtigtes
Mitglied der Gesellschaft zu leben und zu handeln.

Dieses Gesetz wird daher auch als "Gleichberechtigungsgesetz für
Behinderte" bezeichnet. Mit diesem Gesetz wird den meisten
schwerbehinderten Menschen das Recht auf bestimmte Dienstleistungen und
Unterstützungen (Verkehrsmittel oder Dolmetscherdienste) eingeräumt.


Im Zuge der Verfassungsreform wurde 1995 eine Bestimmung im Abschnitt
5, § 2 in die Verfassung aufgenommen, derzufolge "niemand aufgrund ...
von Behinderung unterschiedlich behandelt werden darf".

Erlaubt sind auch positive Formen der Diskriminierung und Maßnahmen zur
Verbesserung einer Gruppe. Der zweite Teil dieser Reform, der im
September 1995 in Kraft getreten ist, enthält eine Erweiterung des
Anwendungsbereiches: Kapitel 11, Abschnitt 9 umfaßt eine Klausel, kraft
derer "jeder verurteilt werden kann, der in seiner wirtschaftlichen
oder beruflichen Tätigkeit ... ohne annehmbaren Grund:

* eine andere Person nicht unter den allgemein üblichen Bedingungen
bedient,
* einer anderen Person den Zugang zu Freizeitaktivitäten oder zu einer
öffentlichen Zusammenkunft verweigert oder sie hievon ausschließt oder
* eine andere Person aufgrund von Rasse ... in eine offensichtlich
differenzierte oder schwächere Position bringt."

Bei dieser Bestimmung handelt es sich um ein allgemeines
Diskriminierungsverbot. Diskriminierung aufgrund einer Behinderung ist
mittlerweile ebenfalls strafbar.

Dies sollte nach Meinung der Betroffenen eine Verbesserung der
rechtlichen Situation herbeiführen.

Menschen, welche sich der Gebärdensprache bedienen oder Dolmetscher-
bzw. Übersetzungsdienste benötigen, werden durch ein neues Gesetz
geschützt. Darin wird die Zeichensprache als ein den gesprochenen
Sprachen gleichwertiges Sprachsystem betrachtet und das Recht darauf
als ein Grundrecht angesehen. l

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SERVICEBOX

WIENER KINOLISTE

Folgende Wiener Kinos haben (zumindest) einen genehmigten
Rollstuhlplatz:

1, Artis - Saal 1
1, Gartenbau
1, Künstlerhaus
1, Metro
1, Opernkino
3, Stadtkino
6, Apollo - Saal 1
9, Votiv Großer Saal
14, IMAX-Filmtheater

Es gibt noch eine Reihe von weiteren prinzipiell zugänglichen Kinos,
die aber über keinen genehmigten Rollstuhlplatz verfügen und daher auch
RollstuhlfahrerInnen nicht hineinlassen müssen. In der Zeitung Falter
ist das Kinoprogramm gekennzeichnet.
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MAUTREGELUNG - NEU

Im Laufe des Jahres 1997 wird es eine Änderung der Mautbefreiung geben,
die rückwirkend ab 1. Jänner 1997 gültig sein wird. Voraussetzung ist
dann:
* ein Behindertenpaß des Bundessozialamtes mit einem Eintrag der
Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel oder der
dauernden starken Gehbehinderung oder der Blindheit und
* der Zulassung eines PKW auf den Besitzer des Behindertenpasses.

Bis eine neue Verordnung beschlossen wird, bleibt die bestehende
Regelung in Kraft. 1997 wird der Betrag noch von der Mautgesellschaft
refundiert. Ab 1998 sollen die Vignetten von den Autofahrerklubs
kostenlos abgegeben werden. Die neue Regelung bedeutet, daß auch
behinderte Menschen, die selbst keinen Führerschein besitzen, von der
Mautgebühr befreit sind.

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BUNDESLÄNDERFORUM

Flughafen Schwechat

Verbessertes Flughafenservice
Am Flughafen Wien-Schwechat steht seit kurzem ein Minibus für maximal
zwei RollstuhlfahrerInnen mit Begleitung zur Verfügung. Die Kosten pro
Wagen betragen für eine Fahrt vom Flughafen nach Wien je nach Bezirk
zwischen 400 und 600 Schilling. Anmeldungen in der Ankunftshalle beim
roten ATS-Schalter. Vorbestellungen (auch kurzfristig) unter Tel.:
0222/7007-5910 (8-23 Uhr), Fax: 0222/7007-5920.



Beratung

Seit Jänner 1997 bieten wir in unserem Zentrum jeden Mittwoch von 14-16
Uhr Beratung zu dem Themenkreis Beziehung, Partnerschaft, Sexualität
an. Wir bitten um telefonische Voranmeldung. Außerdem gibt es einen
Arbeitskreis "Schwul und Behinderung", Kontakt entweder unter der Tel.:
0222/523 39 03 oder schriftlich: PF 562, 1070 Wien.



Halbjahrestreffen SLIÖ

Alle Jahre zieht der Frühling ins Land und mit ihm das legendäre
Abtsdorftreffen der Selbstbestimmt Leben Initiative Österreichs (SLIÖ)
im Gasthof Traschwandter Schneeweiß (Reservierungen unter Tel.:
07666/7721)

Wir treffen uns am Wochenende vom 24. bis 26. April 1997. Beginn auf
allgemeinen Wunsch am Freitag um 20.30 Uhr pünktlich, Ende am Sonntag
um 13 Uhr. Besonders interessant diesmal: Ein Vertreter der
Selbstbestimmt Leben Bewegung aus Deutschland.

Nähere Informationen erhalten Sie bei: Wolfgang Mizelli, Tel.: 0316/35
69 01, Email: woolf@magnet.at



Psychodrama

Jahresgruppe für behinderte und nichtbehinderte Menschen
Zielgruppe: Menschen, die sich mit ihrer eigenen Behinderung
auseinandersetzen wollen; Menschen, die beruflich mit diesem Thema
konfrontiert sind.
Anmeldung: Frau DSA Ingrid Erkinger (Tel.: 0222/983 24 26),
Psychotherapeutin und Gesundheitspsychologin



Klagenfurter Uni

Es ist wieder einen großen Schritt weitergegangen:
Die Universitätsbibliothek (UB) in Klagenfurt verfügt nun als einzige
Bibliothek in Kärnten auch über einen Leseplatz für Blinde und
Sehbehinderte.

Dieser ist mit Scanner, Großbildschirm, Vergrößerungssoftware, Braille-
und Sprachausgabe ausgestattet. Da sich die UB als öffentliche
Einrichtung versteht, kann diese auch von Nicht-Studierenden genützt
werden. Eine Einschulung ist nach terminlicher Vereinbarung möglich.

Interessenten werden gebeten, sich beim Betreuer des Leseplatzes, Dr.
Jele (Tel.: 0463/2700-273) zu melden oder beim Behindertenbeauftragten
Herbert Kaiser (Tel.: 0463/2700-274). Neben dem Leseplatz steht auch
ein Bildschirmlesegerät in der Bibliothek zur freien Verfügung.



Tanz - Performance

Bilderwerfer und Gäste laden zum Bade:
"Das Bad, welcher Art es auch sei, hat mit der Pflege des Körpers zu
tun."
(Siegfried Giedeon)

Zu sehen am 7. März 1997 um 20 Uhr, 21.30 Uhr und 23 Uhr, simultan und
anschließend Fest in der ehemaligen Sargfabrik (Verein für integrative
Lebensgestaltung), Goldschlagstraße 169, 1140 Wien, Tel.: 0222/988 98
112

Informationen zu den Bilderwerfern erhältlich unter Tel.: 0222/212 09
05 oder
Email: bilderwerfer@blackbox.ping.at.

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IMPRESSUM

Herausgeber, Medieninhaber:
BIZEPS-Behindertenberatungszentrum, Zentrum für Selbstbestimmtes Leben,
Kaiserstraße 55/3/4a, 1070 Wien
Telefon: 0222/523 89 21, Fax: 0222/523 89 21-20
Email: bizeps@magnet.at http://www.bizeps.or.at/bizeps/
BIZEPS-INFO ONLINE http://www.bizeps.or.at/behinderte/

Bankverbindung: Bank Austria 409 051 109

§ 25 Mediengesetz: Dient als Kommunikationsmittel und wird kostenlos
oder gegen eine freie Spende abgegeben.

Für den Inhalt verantwortlich:
Martin Ladstätter (Redakteur), Annemarie Srb-Rössler (Obfrau), weitere
AutorInnen dieser Ausgabe: Kornelia Götzinger, Mag. Monika Haider,
Herbert Kaiser, Mag. Michael Krispl, Wolfgang Mizelli, Dr. Volker
Schönwiese, Helmut Spudich, Manfred Srb, Grafiken: Europäisches
Währungsinstitut (1), Christian Polster (8)

Mitgliedschaften: BIZEPS ist Teil
* der Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich (SLIÖ) und
* des Europäischen Netzwerkes für Selbstbestimmtes Leben (European Network on Independent Living-ENIL).

Diese Publikation wurde aus Mitteln des Familienministeriums gefördert.