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Frankfurt: barrierefreier öffentlicher Nahverkehr


U-Bahnstation Heddernheim wird behindertengerecht

VGF will die Bahnsteige für einen barrierefreien Einstieg erhöhen und die Dächer erneuern/Umbau dauert frei Monate

Die Bahnsteige der U-Bahnstation "Heddernheim" sollen künftig auch für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer gut erreichbar sein. Zurzeit laufen die Abbrucharbeiten an der Station. Der dreimonatige Umbau beginnt am Montag, 19. Juli.

Von Sabine Kratz

Schon vor dem eigentlichen Umbau müssen die Fahrgäste manch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Bei schlechtem Wetter werden sie im Regen stehen, weil zurzeit die Dächer der Bahnsteige abgerissen werden. Zudem lässt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die Sitze am südlichen Ende beider Bahnsteige abmontieren, ebenso die Vitrinen mit den Fahrplanaushängen. Beides wird an den nördlichen Teil des Bahnsteigs versetzt. Der Grund: Die VGF will in zwei Abschnitten umbauen. Während die südliche Hälfte der Station abgerissen und umgebaut wird, können die U-Bahn-Wagen am anderen Ende noch anhalten und Fahrgäste aufnehmen Das gilt zumindest für die sechswöchige Ferienzeit, da dann wegen der geringeren Anzahl an Fahrgästen nur zwei statt der üblichen drei bis vier U-Bahn-Wagen unterwegs sind.

Nach den Sommerferien kann die Station nicht mehr angefahren werden. "Dann richten wir zwischen den Stationen einen Ersatzverkehr mit Bussen ein", erklärt VGF-Sprecher Bernd Conrads. Während der dreimonatigen Umbauphase werden die Bahnsteige auf 80 Zentimeter erhöht, um einen barrierefreien Einstieg zu ermöglichen. Da man bisher nur über Treppen und Unterführungen auf den gegenüberliegenden Bahn- steig gelangte, wird die VGF einen ebenerdigen signalgesteuerten Zugang einrichten, der am südlichen Ende der Station stadteinwärts über die Gleise führt. So hat es die Koordinierungsgruppe Verkehr entschieden. Auch die Behindertenbeauftragte der Stadt votierte für das Vorhaben, teilte die Verkehrsgesellschaft mit.

Gegen diese Pläne wandte sich der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) im November 2003 mit einer Anregung an den Magistrat. Das Gremium favorisierte eine Fußgängerüberquerung am nordwestlichen Ende der Station, weil damit der Umstieg von Bus in Bahn erheblich verbessert würde. Doch ohne Erfolg.

Der Magistrat lehnte die Anregung ab, weil von einem Übergang am westlichen Ende der Station ein Rangiergleis betroffen wäre. "Da gibt es täglich 88 Bewegungen", so Conrads. Aus Sicherheitsgründen sei diese Variante "absolut indiskutabel". Nicht zuletzt würden die auf insgesamt 2,91 Millionen Euro veranschlagten Kosten für den Umbau um zwei Millionen erhöht.

Der Magistrat lehnte auch den Vorschlag des Ortsbeirats ab, den stadteinwärts führenden Bahnsteig mit einer "nahtlosen Überdachung zur Busstation und zu den Toiletten" zu versehen. Die Bushaltestelle befinde sich im "öffentlichen Straßenraum" und sei über einen Gehweg zu erreichen, heißt es im Magistratsbericht. Daher sei keine Überdachung nötig und ohnehin nicht zu finanzieren. Die neuen Dächer der Bahnsteige, eine Glas-Stahlkonstruktion, werden dagegen größer als ursprünglich angedacht ausfallen. Geplant sind auch Anzeigetafeln, die über die Einfahrt der nächsten Bahn informieren.

Aus FR vom 17.Juli 2004, Seite 30


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