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Überblick: Bauen und Wohnen


ARGE Bauen & Umwelt der FGQ

Um- und Neubau finanzieren

Fördermöglichkeiten

Notwendige Um- oder Neubauten nach eine Querschnittlähmung können teurer werden. Woher die Gelder bekommen? Lesen Sie hier, welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.

Die Staatliche Eigenheimzulage wird mit großer Wahrscheinlichkeit zum Ende des Jahres 2003 wegfallen bzw. reduziert werden und ist dann nur noch für getätigte Kaufverträge gültig bzw. für nachweislich bis Jahresende eingereichte Bauanträge. Es gibt jedoch zum Glück viele weitere Fördermöglichkeiten, die weniger bekannt sind, aber sehr hilfreich sein können.

Die im Folgenden genannten Fördermöglichkeiten sollen Sie informieren und Ihnen einen Überblick verschaffen. Sie können nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Oft fehlt aber genau dieser Überblick, um weiterfragen zu können und eine Lösung zu finden.

Öffentliche Gelder in der Einzelfallhilfe

Einzelfallhilfe bedeutet, dass ein konkret Betroffener Bedarf anmeldet. Berücksichtigt werden bei der Zuteilung der Behinderungsgrad und die Einkommensgrenzen. Bei der Bedarfsanmeldung müssen die Fristen und Vorgehensweisen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB IX) beachtet werden. Das Sozial-gesetzbuch kann von jedem Betroffenen im Internet eingesehen werden. Im Folgenden sollen mögliche Kostenträger vorgestellt werden. Die Krankenkassen übernehmen Kosten für Hilfsmittel, die der Abmilderung der Probleme mit der Wohnung und ihrer Ausstattung dienen (§ 21 SGB). Zu diesen Hilfsmitteln zählen zum Beispiel Körperersatzstücke, Rollstühle oder Haltegriffe. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, die von der Krankenkasse bewilligt werden muss. Die Krankenkasse orientiert sich dabei am Hilfsmittelkatalog. Bei Nichtbewilligung kann Widerspruch eingelegt werden.

Die Pflegeversicherung ist für Maßnahmen der Wohnungsanpassung zuständig, wenn dadurch die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert wird (§ 40 SGB XI). Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel festinstallierte Rampen, Verbreiterung von Türen, Entfernen von Türschwellen, Umbauten in Badezimmern und Küchen. Vom Pflegebedürftigen wird ein Eigenanteil in Höhe von 10 % der Kosten verlangt, höchstens jedoch 50 % seiner monatlichen Einkünfte. Ändert sich die Pflegesituation und werden weitere Maßnahmen notwendig, handelt es sich um eine neue Maßnahme (im Sinne des § 40, Abs. 4 SGB XI) und ein neuer Antrag kann gestellt werden.

Das Sozialamt tritt dann ein, wenn Betroffene nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen und kein anderer Kostenträger zuständig ist. Dem Antrag sind deshalb sämtliche Unterlagen wie Einkommen, Vermögen, Miete, Mietnebenkosten, ärztliche Verordnung ... beizufügen. Das Sozialamt entscheidet über die Bewilligung, gegen einen ablehnenden Bescheid kann Widerspruch eingelegt werden. Ist der Antrag bewilligt, sieht das Bundessozialhilfegesetz (§ 39 und 40 BSHG) die "Hilfe bei der Beschaffung und Erhaltung einer Wohnung, die den besonderen Bedürfnissen des Behinderten entspricht" vor. Hierüber können beispielsweise Umbaumaßnahmen zum Erhalt einer Wohnung finanziert werden.

Auch die Länder können mitunter im Rahmen der Wohnungsbauförderung helfen. Die Regelungen sind innerhalb der Bundesländer sehr unterschiedlich. Allerdings ist bei diesen Programmen die schwache Finanzlage der Länder zu berücksichtigen, die sich kurz-fristig auf solche "freiwilligen" Leistungen negativ auswirken kann. Daher sollte immer konkret nachgefragt werden, ob die Förderprogramme und die kommunalen Sonderförderungen noch existieren oder verändert wurden. Ansprechpartner sind an erster Stelle immer die Rathäuser der zuständigen Gemeinde und über diese dann die entsprechenden Landrats- oder Liegenschaftsämter.

Verschiedene Kreise und Gemeinden bieten eigene kommunale Finanzierungsprogramme für Umbau- und Anpassungsmaßnahmen. Diese Programme beinhalten mitunter die Bereitstellung von kostenlosen Beratungsstellen, manche Gemeinden verfügen auch über "Sondertöpfe" für Umbaumaßnahmen. Art und Höhe der Sonderprogramme sind unterschiedlich und reichen von Darlehen bis zur vollen Übernahme der Kosten (bei Umbaumaßnahmen). Mitunter werden Förderhöchstgrenzen sowie Mindestkosten und -standards für den Umbau festgeschrieben. Ferner kann die Vergabe der Fördermittel an eine längerfristige Belegungsbindung gekoppelt werden.

Je nach Ursache der Beeinträchtigung und Ziel der Umbaumaßnahme kommen eventuell auch Hilfen des Arbeitsamtes/Integrationsamtes (z.B. zur Erlangung und Erhaltung eines Arbeitsplatzes), von Unfall- und Rentenversicherungsträgern, Berufsgenossenschaften und vielen weiteren in Frage.

So schwierig es die Bürokratie auch macht, kann ich jedem Betroffenen nur raten, nicht zu resignieren, sondern zu fragen und zu suchen. Bei konkreten Fragen können Sie gerne die ARGE Bauen & Umwelt der FGQ kontaktieren (s. Information unten).

Text: Dipl. Ing. Dirk Michalski

Information und Kontakte

* ARGE Bauen und Umwelt:
Dipl. Ing. Dirk Michalski,
Architekt, Im Hohnsiefen 1,
53819 Neunkirchen-Seelscheid
Tel.: 02247/6070
E-Mail: DirkMichalski@t-online.de
www.DirkMichalski.de

* Dipl. Ing. Volker Doose
Architekt,
Schäferstr. 21
20357 Hamburg
Tel.: 040/45039017
E-Mail: volker.doose@t-online.de

* SGB IX
www.sbg-IX-umsetzen.de


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