Namensänderung der Aktion Sorgenkind

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3.Dezember 1998

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Anlage übersende ich Ihnen einen Aufruf zur Namensänderung der ,,Aktion Sorgenkind" mit der Bitte um Ihre Unterstützung. Nachdem in den letzten zwei Jahren ein fruchtbarer und intensiver Austausch über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten zur Namensänderung der Aktion Sorgenkind geführt wurde, zeichnet sich nach unserem Kenntnisstand ab, daß eine solche Namensänderung ohne größere finanzielle Einbußen gut machbar ist.

Am 16. Dezember 98 findet eine entscheidende Mitgliederversammlung der Aktion Sorgenkind zu diesem Thema statt. Sollte es in den nächsten Monaten nicht gelingen, auch die letzten Zweifler zu überzeugen, die Namensänderung zu vollziehen, könnte sich diese wegen der Euroumstellung um Jahre oder vielleicht sogar für immer verzögern. Daher bitten wir Sie als Persönlichkeit des Öffentlichen Lebens, um Ihre Unterstützung für den beiliegenden Aufruf und dieses für uns außerordentlich wichtige Anliegen.

Wenn auch Sie diesen Aufruf unterstützen, bitten wir Sie dies bis spätestens 10.Dezember 1998 17.oo Uhr per fax 030/4364442 zu bestätigen, so daß wir auch ihren Namen in die Liste der Unterstützerlnnen mit aufnehmen können.

Wir wären Ihnen auch dankbar, wenn Sie diesen Aufruf an andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Ihrem Umfeld weiterleiten könnten und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Ottmar Miles-Paul



An den Vorstand, sowie die Präsidenten und
Vorsitzenden der Mitgliedsverbände der Aktion Sorgenkind
Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt Manfred Ragati
Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland - lgnatz Bubis
Zweites Deutsches Fernsehen - Prof. Dr. h.c. Dieter Stolte
Bundesvereinigung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung - Dr. Bernhard Conrads
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland - Pfarrer Jürgen Gohde
Deutscher Caritasverband - Prälat Hellmuth Puschmann
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Prof. Dieter Sengling
Deutsches Rotes kreuz - Gräfin Soscha zu Eulenburg

Betr. Namensänderung der Aktion Sorgenkind

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse haben wir zur Kenntnis genommen, daß die ,,Aktion Sorgenkind" mit Beginn der Aktion Grundgesetz vor etwa zwei Jahren in einen intensiven Diskussionsprozeß über ihren - schon seit Jahren heftig umstrittenen - Namen eingetreten ist. Dem Vernehmen nach befindet sich die Diskussion mittlerweile in einer Entscheidungsphase.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner möchten Sie, den Vorstand und die Präsidenten der Mitgliedsverbände, hiermit ermutigen, sich zu einem Wechsel zu entschließen. Der Begriff ,,Sorgenkind" wird von vielen Betroffenen als diskriminierend empfunden und entspricht nicht mehr unserem heutigen Verständnis behinderter Menschen. Eine öffentlich derart präsente Organisation wie die ,,Aktion Sorgenkind" könnte mit der geplanten Namensänderung nicht nur den nötigen Bewußtseinswandel auch In ihrem Namen nachvollziehen. Sondern sie kann zugleich auch ein Signal setzen; das in der Öffentlichkeit sicherlich wahrgenommen und verstanden würde.

Die veränderte Öffentliche Kommunikation der ,,Aktion Sorgenkind" in den vergangenen drei Jahren hat gezeigt, daß es möglich ist, für eine Sozial-Lotterie und für eine soziale Idee zu werben, ohne die Menschenwürde der Betroffenen aus den Augen zu verlieren. Allerdings muß, wer Veränderungen fordert, auch selbst zur Veränderung bereit sein. Dies gilt insbesondere für eine Organisation wie die ,,Aktion Sorgenkind», deren Verdienste unbestritten sind

Wir bitten Sie um eine zukunftsweisende Entscheidung für eine Namensänderung im Sinne derjenigen Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung täglich mit Unverständnis und Diskriminierungen konfrontiert sind.

Mit freundlichen Grüßen

Namen Beruf / Funktion / Firma Ort

Bitte spätestens bis 10.12.98 17.oo Uhr direkt an das Netzwerk

Artikel 3 zur Gleichstellung Behinderter faxen: Fax: 03014364442