Uno-Jahr 1981 

Überblick: Uno-Jahr der Behinderten 1981


Planung für das Behindertenjahr 1981

Innerhalb der nationalen Kommission hatten sich im vergangenen Jahr 13 Arbeitsgruppen gebildet. Eine der Arbeitsgruppen beschäftigt sich mit Öffentlichkeitsarbeit zur Vorbereitung des internationalen Jahres der Behinderten. Dieser Bericht ist veröffentlicht. Die übrigen Berichte der Arbeitsgruppen dürften Anfang Dezember von der nationalen Kommission im Bundesministerium für Arbeit und Soziales bezogen werden können.

Die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit sieht für das UNO-Jahr 1981 das Ziel:

wirksame Öffentlichkeitsarbeit, Hauptziel des Jahres soll dabei sein die Verbesserung der Lebenssituation behinderter Menschen.
Das Motto, der Slogan, des Emblem Plakate, Aufkleber, Merkblätter, Broschüren sollen helfen diese Ziele zu verwirklichen. Von wichtiger Bedeutung ist für die nationale Kommission dabei die Eröffnungsveranstaltung, zentrale und bundesweite Veranstaltungen, Einzelveranstaltungen regional, lokal, und die Schlußveranstaltung. Die Eröffnungsveranstaltung wird am 24./25. Januar 1981 in Dortmund stattfinden. Empfohlen wird eine zentrale, keinesfalls nur konventionelle, sondern unbedingt eine unkonventionelle Eröffnungsveranstaltung mit einem kleinen offiziellen Kern, die mit starkem Ankündigungseffekt dem besonderen Anlaß entspricht und insbesondere das Motto "einander verstehen" fördert.
Die nationale Kommission halt es für unbedingt erforderlich, daß Behinderte bei Planung und Durchführung der Eröffnungsveranstaltunq maßgeblich beteiligt werden. Federführend für diese Eröffnungsveranstaltung ist das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. AIs unkonventionelle Eröffnungsveranstaltung kommt z.B. in Frage Talk-Show, Leistungs- und Problemveranstaltung, etwa Sportwettbewerbe, Musikdarbietungen von Behinderten, Talk-Show mit Behinderten, Kabarett, Sonderpostamt, Start einer Wanderausstellung usw.
Die Aktion Sorgenkind plant 1981 ein Info-Werbe-Set für kleine Treffpunktveranstaltungen zur Verfügung zu stellen, mit Hinweisen, Ratschlägen und Werbematerial.

Eine vorgesehene Schlußveranstaltung sollte Bilanz über Erfolg und Mißerfolg mit Ausblick auf die weitere Arbeit erbringen, dabei sollten beispielhafte Aktivitäten ausgezeichnet, vorbildliche Maßnahmen zur Eingliederung von Behinderten in die Gesellschaft herausgestellt und die Wettbewerbspreise verliehen werden. Als Wettbewerbe sollen im Laufe des Jahre durchgeführt werden:

Die "behindertenfreundlichste Gemeinde" (Verteilung von Plaketten durch Bundesländer oder Behindertenorganisationen)

> "Mein behinderter Freund" für Schulen und Kindergärten

behindertengerechtes Bauen und Wohnen

> Sonderpreis für Fernsehsendungen, Preise für herausragende beispielhafte Publikationen, hier sollten keine Geldpreise sondern symbolische Auszeichnungen gegeben werden, evtl. künstlerische Arbeiten von Behinderten, die wiederum durch einen Kunstwettbewerb gefunden werden sollen

Kunstwettbewerb zum Thema "einander verstehen - miteinander leben"

Wettbewerb Aufzeichnung von Bürgerinitiativen und Institutionen, die alternative Hilfen für psychisch Kranke vor Ort bieten

Wettbewerb für Hilfsmittelhersteller oder Erfinder

Vorurteile will man durch Begegnungen zwischen Behinderten und Nichtbehinderten wenn möglich schon im Kindergarten abbauen, dazu sind vorgesehen:

Tage der offenen Tür
Wanderausstel1ungen
Partnerschaftsgruppen auch international

Im Rahmen der Ausstellungen, bzw. Info-Stände oder Info-Sonderdienste sind vorgesehen:

Wanderausstellung "behindertengerechte Umwelt"
Informationszentrale behindertengerechtes Bauen und Wohnen bei der Reha '81 in Dusseldorf
Informationsstände
rollende Infosender
Telefonservice zur Rehabilitation
Sonderpostämter sollten möglichst mit Schwerbehinderten besetzt werden
Sonderausstellungen Motivbriefmarken zum Thema Behinderung
Buchausstellungen
Tagungen, Seminare., Vorträge, Referenten, Themen- und Referentenverzeichnisse, gemeinsame Seminare, Presse-Seminare, Journalisten-Seminare, Seminare für Kontaktpersonen, Tagungen von Selbsthilfegruppen Behinderter und Nichtbehinderter, Tagungen über Frühförderung, Symposione über berufliche Rehabilitation.

Einige Beispiele aus dem geplanten Veranstaltungskalender

Januar:
- Herausgabe einer Sonderbriefmarke
- Artikel in der Zeitschrift "gesund"
Februar:
- Ausstellung behindertengerechtes Wohnen
März:
- Fachtagungen auf dem Sektor Bauen für Behinderte
April:
- Symposion Sport mit geistig Behinderten, Studientagung in Marburg
- Ausstellung mit Kunst geistig Behinderter, Symposion die pädagogische Rehabilitation der Schwerhörigen und Ertaubten
- zentrale Tagung für Schwerbehinderten-Vertrauensleute in der Metallwirtschaft
Mai:
Unfallmedizinische Tagung 1981 des Landesverbandes Bayern der gewerblichen Berufsgenossenschaften
Juni:
- multinationaler Studienaufenthalt für junge behinderte und nichtbehinderte Fachkräfte der Rehabilitation
- Ganztagsveranstaltung über Probleme der Behinderte im Rahmen des Deutschen Kongresses für ärztliche Fortbildung
- Großveranstaltung für die Öffentlichkeit im Rahmen des Deutschen Kongresses für ärztliche Fortbildung
- internationales Seminar über Rehabilitationsmaßnahmen mit schwerhörigen Jugendlichen
- sonderpädagogischer Kongress des Verbandes deutscher Sonderschulen e.V.
- berufsgenossenschaftliches Sportfest für Querschnittgelähmte

Die Veranstaltungen der zweiten Jahreshälfte bewegen sich im gleichen Rahmen. Sehr viele der Verbände, die in der Bundesarbeitsqemeinschaft Hilfe für Behinderte in Düsseldorf zusammengeschlossen sind, machen keine speziellen eigenen Veranstaltungen, sondern beteiligen sich mit einem Stand bei der Reha-Messe in Düsseldorf im Juni 1981. Die Bundesanstalt für Arbeit plant:

1. das Theaterstück "Schrittwechsel", Autor Pfarrer Sommerauer, ein Stück aus dem Leben von Behinderten auf dem Weg zu Arbeit und Beruf
2. Aktion der Arbeitsämter zur Förderung der Vermittlung Behinderter in Arbeit
3. Serie über prominente Behinderte, die ihr berufliches Schicksal gemeistert haben in "Bild am Sonntag". "Bild am Sonntag" hat bereits grundsätzlich zugestimmt. Gegenwärtig wird überlegt, ob evtl. der Schriftsteller Johannes-Mario Simmel als Autor gewonnen werden kann.
4. Faltblatt mit Beispielen, wie Behinderte mit Hilfe der Technik im Betrieb eingesetzt werden können (Originaltext eines Briefes der Bundesanstalt für Arbeit)
5. allgemeine Informationsaktionen über die Beschäftigungsmöglichkeiten Behinderter (Anzeigen in Arbeitgeberzeitschrift)
6. von 4 sogenannten Arbeitsmarktgesprächen (mit Arbeitern, Betriebs- bzw. Personalräten u.a.) je Arbeitsamt soll mindestens l der Themen behinderter Arbeitnehmer gewidmet werden

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V., Postfach 80, 3550 Marburg 7, hat einen Leitfaden zum internationalen Jahr des Behinderten herausgegeben. Dieser Leitfaden beginnt mit dem folgenden Text:

"Vielleicht stellt sich Ihnen die Frage nach dem Wert dieses von den Vereinten Nationen weltweit proklamierten Jahres des Behinderten. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten " und häufig tauchen Zweifel auf, ob die gut gemeinten Planungen, Ideen, Programme wirklich eine Lösung der Probleme herbeiführen. Wenn auch viele Aufgaben bestehen bleiben: das zurückliegende Jahr des Kindes und insbesondere die Woche des behinderten Kindes haben - wie eine Umfrage der Bundesvereinigung Lebenshilfe bei den Orts- und Kreis verbänden ergeben hat - neue Aktivitäten ausgelöst und Impulse gesetzt."

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe macht auch Vorschläge für Aktionen, wie sie das nennt (zu bezweifeln ist hier der Begriff Aktionen),
- Einbindung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Bundestagsabgeordnete, Landtagspolitiker, Bürgermeister) in unterhaltende Auftaktveranstaltungen.
- Informations- und Vorbereitungsveranstaltungen in kirchlichen Arbeitskreisen usw.
- öffentliche Veranstaltungen, an denen behinderte Eltern und Fachleute teilnehmen,
- Tage der offenen Tür
- Besuche geistig behinderter Kinder und Jugendlicher in Druckereien, Brauereien, Feuerwehr, Bundesbahn, Fabrikbetrieben
- Bewegungsspiele und Sportfeste
- Feste und Feiern
- Malaktionen
- Gemeindegottesdienste
- gemeinsame Ausflüge
- Ausstellungen
Es folgen dann Hinweise zur Durchführung und zur Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen.

Gusti Steiner


BM-Online