Uno-Jahr 1981 

Überblick: Uno-Jahr der Behinderten 1981


sozialpolitische informationen

des bundesministers für arbeit und sozialordnung,
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ISSN 0340-3718
Jahrgang XIV/12

15. Juli 1980

Emblem und Plakat für das Internationale Jahr der Behinderten 1981 vorgestellt

Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung hat in Bonn Motto, Emblem und Plakat für das Internationale Jahr der Behinderten bekanntgemacht, zu dem die Vereinten Nationen das Jahr 1981 erklärt haben. Ehrenberg, der Vorsitzender der Nationalen Kommission für die Bundesrepublik Deutschland ist, sprach in Bonn vor beteiligten Fachleuten und Journalisten.

Der Bundesarbeitsminister erklärte: Die Vereinten Nationen haben alle Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, das Internationale Jahr der Behinderten 1981 zum Anlaß zu nehmen, die medizinische, berufliche und soziale Entwicklung der Behinderten mit dem Ziel ihrer vollen Eingliederung in den einzelnen Ländern zu verbessern.

Die Bundesregierung ist diesem Aufruf gern gefolgt. Sie sieht darin unter anderem eine willkommene Gelegenheit, den trotz aller Erfolge der letzten Jahre noch immer bestehenden Fragen der Rehabilitation besondere Aufmerksamkeit zu geben.

Bereits im September 1979 wurde eine Nationale Kommission gebildet, in der sich neben der Bundesregierung die Bundesländer, die großen nichtstaatlichen Organisationen der Behinderten, die Einrichtungen und die Träger der Rehabilitation, aber auch die Fraktionen des Deutschen Bundestages sowie Vertreter von Rundfunk und Fernsehen zusammengeschlossen haben.

Dank der sofort in 13 Arbeitsgruppen aufgenommenen Arbeit sind wir mit der Vorbereitung des Internationalen Jahres inzwischen ein großes Stück vorwärts gekommen.

So haben mehr als 700 Experten in zahlreichen Sitzungen der Arbeitsgruppen zu Fragen der Rehabilitation aus ihrer Sicht in sachbezogenen Einzelberichten Stellung genommen. Diese Berichte werden zur Zeit in einer Koordinierungsgruppe unter Vorsitz des Abgeordneten Eugen Glombig zu einem Gesamtbericht zusammengestellt. Seine Veröffentlichung ist im Oktober/November dieses Jahres zu erwarten.

Dieser Bericht wird ein Programm für die Weiterentwicklung der Rehabilitation in den 80er Jahren enthalten. Die Erkenntnisse und Aussagen zum Internationalen Jahr werden eine wertvolle Ergänzung zu dem Aktionsprogramm der Bundesregierung "Rehabilitation in den 80er Jahren", das wir demnächst verkünden wollen, sein.

Die heutige Vorstellung des Plakates, des Mottos und des Emblems führt mich zu der zweiten, ebenso wichtigen Aufgabe, die uns das Internationale Jahr der Behinderten gestellt hat.

Durch ein bundesweites Aufklärungs- und Veranstaltungsprogramm soll in der Bevölkerung noch mehr Verständnis für die Belange der behinderten Menschen geweckt und deren gesellschaftliche Integration gefördert werden.

In einer eigens dafür gebildeten Arbeitsgruppe haben Fachleute aus dem Kreise der Behinderten, namhafte Vertreter von Funk und Fernsehen sowie sachverständige Persönlichkeiten aus dem weiten Feld der Rehabilitation ihre Gedanken zusammengefaßt. Die darin enthaltenen Anregungen sollen den Bundesländern, den Organisationen der Behinderten, den Gemeinden und Einrichtungen dazu dienen, auf möglichst breiter Basis durch Veranstaltungen die Ziele des Internationalen Jahres zu fördern.

Damit kann nicht früh genug begonnen werden. Der Erfolg unserer gemeinsamen Bemühungen wird nicht zuletzt von einer rechtzeitig einsetzenden Werbung abhängen. Motto, Plakat und Emblem sollen uns von nun an durch die Vorbereitungszeit in das Internationale Jahr der Behinderten begleiten. Das Motto, unter dem das Internationale Jahr stehen soll, lautet: "Einander verstehen - miteinander leben!"

Dieses Motto ist der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Arbeitsgruppe so erläutert worden:

Wichtigste Aufgabe im Internationalen Jahr der Behinderten ist die Integration. Die dazu erforderlichen Einstellungsänderungen sind vor allem dann möglich, wenn Nichtbetroffene direkte Erfahrungen mit Betroffenen sammeln können. Deshalb stellt die erste Zeile auch. die erste Aufgabe heraus. Vorteil: Die erste Zeile setzt ein klares Ziel, fordert und fördert Kooperation, wirkt anregend und herausfordernd, ohne jemand zu diskreditieren. Sie erstrebt ein Klima, das deutlich macht: Viele Probleme sind zunächst nur auf mangelndes Verständnis, mangelnde Information und fehlendes Einfühlungsvermögen zurückzuführen.

Auf der Erfüllung der ersten Aufgabe, des "Einander verstehen" lernen, wächst die Chance zum besseren "Miteinander leben", was die zweite Zeile des Slogans herausstellt.

Zweifellos ist es heute noch so, daß Behinderte und Nichtbehinderte einander häufig nicht verstehen und daraus zahlreiche Probleme entstehen und sich verschärfen. Zweifellos ist es heute auch noch so, daß Behinderte und Nichtbehinderte oft mehr neben- als miteinander, manchmal sogar gegeneinander leben.

Deshalb setzt das gewählte Motto ein positives Ziel. Passend zum Motto wurde ein Emblem ausgewählt, das große Chancen hat, positive Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit zu finden und das gleichzeitig das Ziel der Integration beispielhaft herausstellt: Drei Menschen, die sich unterhaken und sich gegenseitig hilfreich stützen.

Motto und Symbol sollen mit Hilfe von Plakaten und Aufklebern bundesweit das Internationale Jahr der Behinderten

• national bekanntmachen
• Grundforderungen der breiten Öffentlichkeit nahe bringen
• regionale Veranstaltungen unterstützen.
Ergänzend zu den Plakaten, die mit oder ohne Eindruckfläche vorgesehen sind, werden Aufkleber als Sympathie- und Werbeträger angeboten werden.

Ich würde mich freuen, wenn Plakat, Motto und Emblem eine recht breite Zustimmung auch in der Öffentlichkeit finden könnten. Sie sollten insbesondere bei allen Druckerzeugnissen aus Anlaß des Internationalen Jahres verwendet werden.


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